Sonst drohen schwere AugenschädenSonnenfinsternis nur mit geeigneter Brille beobachten! Darauf müsst ihr beim Kauf achten

Am 12. August 2026 um 19.20 Uhr startet die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland. Um das Naturspektakel beobachten zu können, ohne seine Augen dabei zu schädigen, benötigt man eine entsprechende Lichtschutzbrille.
Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, muss zwingend eine sogenannte Sonnenfinsternis-Brille tragen.
picture alliance / Caro Kadatz | Caro Kadatz

Das kann buchstäblich ins Auge gehen!
Wenn sich der Mond am 12. August vor die Sonne schiebt, dürften viele Menschen den Blick automatisch nach oben richten. Doch genau dabei ist Vorsicht angesagt. Denn wer die Sonnenfinsternis 2026 mit bloßen Augen beobachtet, riskiert bleibende Schäden am Sehvermögen. Ohne spezielle Sonnenfinsternis-Brille geht es deshalb nicht.

Warum ihr die Sonnenfinsternis keinesfalls ohne geeignete Brille beobachten solltet

Einfach die Sonnenbrille aufsetzen und ab in den Himmel schauen? Bitte nicht! Denn auch, wenn – aus Deutschland betrachtet – die Sonne bis zu 90 Prozent bedeckt ist, ist ein ungeschützter Blick in den Himmel nie ungefährlich. „Die verbleibende Sonnensichel kann die Stelle des schärfsten Sehens dauerhaft schädigen”, stellt die Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, Dr. Felicitas Bucher, in einem Onlinebeitrag klar.

Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erklärt, treffen beim direkten Blick in die Sonne schließlich „UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges”. Dadurch kann die Netzhaut bleibenden Schaden nehmen. Es droht nicht nur ein eingeschränktes Sehvermögen. Auch eine Erblindung ist möglich!

Lese-Tipp: Partielle Sonnenfinsternis über Deutschland – von wo aus ihr das Naturschauspiel am besten sehen könnt

Besonders gefährlich daran ist, dass unser Körper uns nicht rechtzeitig alarmiert, beispielsweise durch akute Schmerzen, wie das Bundesamt für Strahlenschutz betont. Das heißt, wir bemerken die Schädigung unter Umständen erst später.

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Welche Brille eignet sich für eine Sonnenfinsternis?

Wer am 12. August die partielle Sonnenfinsternis mit eigenen Augen beobachten möchte, benötigt also eine geeignete Brille. Doch Achtung: Eine einfache Sonnenbrille bietet hierbei keinen ausreichenden Schutz. Stattdessen muss eine „Sonnenfinsternis-Brille” her. Geregelt werden deren Anforderungen in der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015.

Das heißt für euch: Achtet beim Kauf eurer Schutzbrille zwingend auf die aufgedruckte Zertifizierung – sowie auf das sogenannte CE-Zeichen. Letzteres bestätigt die Einhaltung der geltenden europäischen Richtlinien und Sicherheitsanforderungen.

Viele Optiker bieten zertifizierte Schutzbrillen aktuell an.

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Doch die richtige Kennzeichnung allein reicht nicht aus. Auch der Zustand der Brille entscheidet darüber, ob eure Augen zuverlässig geschützt sind. Schon kleine Kratzer, Löcher oder Risse können zum Problem werden. Auch die Stellen, an denen die Filterfolie mit der Pappe verbunden ist, müssen unbeschädigt sein. Entdeckt ihr einen Defekt, sollte die Brille weder gekauft noch verwendet werden.

Zusätzlichen Schutz bieten laut BfS breite Bügel und ein möglichst guter Sitz am Gesicht. Dadurch gelangt weniger seitlich einfallendes Licht an die Augen. Benutzungs- und Warnhinweise sollten ebenfalls der Brille beiliegen.

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Video-Tipp: So schön kann eine Sonnenfinsternis sein!

Vorsicht vor Kameras und Ferngläsern – und keinesfalls DIY-Sonnenfinsternis-Brillen nutzen

Wer die Sonnenfinsternis näher heranholen möchte, muss noch vorsichtiger sein: Ferngläser und Teleskope bündeln die Sonnenstrahlen und können die Gefahr dadurch erheblich verstärken. Das gilt ebenfalls für den ungeschützten Blick durch die Kamera! Der Einsatz sollte laut dem Bundesamt für Strahlenschutz demnach nur erfolgen, wenn zuvor im Fachhandel geeignete Filteraufsätze oder Folien gekauft und ordnungsgerecht an Kamera und Co. angebracht wurden.

Auch DIY-Brillen sind hochgefährlich, wie das BfS verdeutlicht. Egal, ob schwarze Filmstreifen oder rußgeschwärzte Brillengläser – solche selbst gebastelten Brillen bieten keinen ausreichenden Schutz.

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Wer unbedingt kreativ werden möchte, sollte seine Zeit und Mühe eher in den Bau einer Lochkamera investieren. Diese bietet laut BfS nämlich den größten Schutz. Der Grund ist simpel: Anstatt direkt in die Sonne zu blicken, schaut ihr euch die Finsternis indirekt an – per Projektion!

Verwendete Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Universitätsklinikum Freiburg