Messlabor am HimmelZeppelin wird zur schwebenden Forschungsstation – Luftschiff misst die Luftqualität über NRW
Ein Zeppelin am Himmel ist immer ein Hingucker. Wer ab Montag (03.08.) in Nordrhein-Westfalen nach oben schaute, entdeckte vielleicht sogar ein ganz besonderes Exemplar. Eine schwebende Forschungsstation ist zurzeit unterwegs.
Technik statt Touris
Die Heimat des Zeppelins ist der Luftschiffhangar des Flughafens Essen/Mülheim. Normalerweise können bis zu 14 Passagiere im Zeppelin Hugo abheben. Aber damit ist bis Mitte August Schluss. Die Sitze wurden ausgebaut und durch Messinstrumente ersetzt. Der Zeppelin der Baureihe NT wird zur Forschungsstation. NT steht für „Neue Technologie“. Hinter dem Labor in der Luft steckt das Forschungszentrum Jülich. Pro Tag kostet der Zeppelin 22.000 Euro, jede Flugstunde nochmal 3.000 Euro obendrauf. Fast 800 Kilo Messinstrumente wurden eingebaut. Mit ihnen soll unter anderem die Luftqualität in Städten gemessen werden. Auch Emissionen sollen kartiert werden.
Vielseitig einsetzbar
Die Forscher messen zusätzlich auch Luftdruck und Wind mithilfe eines sogenannten Nasenmasts. Zehn Mal soll der Zeppelin für etwa sieben Stunden verschiedene Routen abfahren - je nach Wetterlage. Die Strecken führen unter anderem über die Metropolregion Rhein/Ruhr, die Eifel und über die Niederlande. Dass das Luftschiff dabei nur maximal mit Tempo 65 unterwegs ist, ist genau richtig. Ebenso wie die Flughöhe von 100 bis 300 Metern. So kann es besser manövriert werden und näher an die Orte ran, die es erforschen soll.
Ergebnisse im kommenden Jahr
Übrigens: Beim Mülheimer Luftschiff handelt es sich nicht um einen Blimp, sondern um einen Zeppelin. Er hat ein festes Innengerüst, quasi ein Skelett. Bis die Ergebnisse seiner Messungen vorliegen, wird es noch rund ein Jahr dauern.

































