Bad-Besucherin beschwerte sich – Bürgerausschuss der Stadt entschied!Leverkusen stimmt gegen Burkini-Verbot im Schwimmbad

von Martin Breunig

Eine Frau aus Leverkusen will ein Burkini-Verbot in den Schwimmbädern der Stadt. Anders als ein Badeanzug verbirgt ein Burkini den größten Teil des Körpers. Am Donnerstag (17.09.) hat sich der Bürger- und Umweltausschuss mit dem Antrag beschäftigt.

Burkini-Verbot im Schwimmbad?

Für die einen ist es ein Zeichen ihrer Religion, für die anderen ein Symbol der Unterdrückung. Mit einem Burkini gehen viele muslimische Mädchen und Frauen ins Schwimmbad. Der zweiteilige Badeanzug verdeckt fast alles, lässt meistens nur Gesicht, Hände und Füße frei. Das störte wohl eine Besucherin des Schwimmbads Calevornia in Leverkusen. Sie fordert ein Verbot für die Ganzkörperbedeckung in Bädern. In ihrem Antrag an die Stadt heißt es unter anderem: „Meine Freundin und ich trafen[...] eine mit Ganzkörperanzug im Salzbecken an. Wir waren äußerst irritiert ob des befremdlichen Anblicks. Zeugt er doch von einer Badekultur, die wir in Deutschland längst erfolgreich abgeschafft hatten dank hart erkämpfter Frauenemanzipation.” Von wem genau der Antrag gestellt wurde, ist öffentlich nicht bekannt.

Stadt ist gegen ein Verbot

Stefan Hebbel, der Oberbürgermeister von Leverkusen, hält nichts von einem möglichen Verbot. Es würde unter anderem gegen Artikel 4 des Grundgesetzes verstoßen: Religionsfreiheit. Bedenken, dass die Ganzkörperschwimmbedeckung nicht hygienisch genug sei, hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen übrigens nicht. Den Antrag für ein Burkini-Verbot hat der Bürgerausschuss am späten Donnerstagnachmittag (17.09.) abgelehnt.