Shitstorm mit FolgenSie lässt ihren Sohn (5) allein auf den Spielplatz – TikTok-Video kostet Mutter den Job

Ein Junge spielt im Sandkasten (Symbolbild)
Ein Fünfjähriger allein auf dem Spielplatz? Für TikTok-Nutzer ein absolutes No-Go (Symbolbild)
picture alliance / VisualEyze | Derek Henthorn

Drei Minuten auf dem Spielplatz werden für eine britische Mutter zum Netz-Drama.
Charlotte Blandford Tagg (29) lässt ihren fünfjährigen Sohn allein vor die Tür – und erzählt anschließend auf TikTok davon. Der Clip geht viral, löst einen heftigen Shitstorm aus und hat am Ende sogar berufliche Konsequenzen.

TikTok über Sohn auf dem Spielplatz erreicht 1,2 Millionen Menschen

Der fünfjährige Sohn von Charlotte Blandford Tagg möchte auf den Spielplatz gehen. Dieser liegt nach Angaben der 29-Jährigen nur rund sieben Meter von ihrem Haus im englischen Cambridgeshire entfernt und lässt sich von ihrem Fenster aus überblicken. Sie erlaubt dem Jungen, allein loszugehen. Drei Minuten später ist er wieder zu Hause. Doch was danach passiert, dürfte deutlich länger nachwirken.

Die zweifache Mutter erzählt auf TikTok von der Situation. Ihr Video wird rund 1,2 Millionen Mal angesehen – und sorgt für heftige Reaktionen. Viele Nutzer werfen Charlotte vor, ihren Sohn unnötig in Gefahr gebracht zu haben. Einige kündigen laut Medienberichten sogar an, Polizei oder Sozialbehörden einzuschalten. Die Kritik wird teilweise so drastisch, dass sie später mehrere Beiträge aus Sorge um die Sicherheit ihrer Familie löscht. Rechtlich ist das Thema in Großbritannien übrigens nicht allein an ein bestimmtes Alter des Kindes geknüpft. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Kind durch mangelnde Aufsicht gefährdet wird.

Die 29-Jährige verteidigt ihre Entscheidung dennoch. In einem Artikel der britischen Zeitung The Sun erklärt sie, sie habe den Jungen vom Fenster aus beobachten können und immer wieder nach ihm geschaut. Dass sie ihren Sohn allein auf den Spielplatz gelassen hat, würde Charlotte demnach wieder so entscheiden. Anders sieht es beim TikTok-Video aus. Sie räumt ein, dass der Clip nicht genügend Kontext geliefert habe. Dadurch sei bei Zuschauern möglicherweise ein ganz anderer Eindruck von der Situation entstanden.

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Nach dem Shitstorm verliert Charlotte ihren Job

Doch die Diskussion bleibt für Charlotte nicht auf Social Media. Die 29-Jährige arbeitete nach eigenen Angaben als Content-Creatorin für ein kleines Kunstmagazin. Nach Gesprächen mit ihrem Arbeitgeber verliert sie ihren Job.

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Brisant: Charlotte macht selbst kein Geheimnis daraus, in sozialen Netzwerken gelegentlich bewusst mit kontroversen Inhalten zu provozieren. Sogenannter „Rage Bait“ soll gezielt starke Reaktionen und damit Reichweite erzeugen. Auch die Empörung über ihre Erziehung bringe ihr teilweise einen regelrechten Kick, räumt sie im Artikel der Sun ein.

Zwar sieht Charlotte die Veröffentlichung des Spielplatz-TikToks heute kritisch. Von ihrer eigentlichen Entscheidung, ihrem fünfjährigen Sohn für wenige Minuten ein Stück Selbstständigkeit zu ermöglichen, rückt sie dagegen nicht ab. Wichtiger als die Meinung fremder Menschen im Internet sei ihr letztlich, welche Erinnerungen ihre Kinder später an ihre Kindheit haben.

Verwendete Quellen: The Sun, Berliner Kurier