Gefährliche KeimeFast blind wegen Kontaktlinsen! Susannah kann plötzlich kaum noch sehen

Mit der richtigen Wahl der Kontaktlinsen kommen Allergikerinnen und Allergiker besser durch die Pollenzeit.
Beim Einsetzen der Kontaktlinsen muss Vorsicht geboten sein (Symbolbild).
Franziska Gabbert/dpa-tmn
von Kathrin Ebeling und Jan Luhrenberg

Es ist eine unbekannte und fast unsichtbare Gefahr!
Jahrzehntelang gehören Kontaktlinsen für Susannah Jowitt aus Großbritannien ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch dann verschwimmt plötzlich ihre Sicht immer stärker. Im Krankenhaus folgt die erschreckende Diagnose: Beide Hornhäute sind infiziert. Doch wie konnte es soweit kommen? Die ganze Geschichte gibt’s hier.

Susannahs Sicht wird innerhalb weniger Stunden immer schlechter

Am Morgen ist noch alles wie immer. Susannah Jowitt setzt ihre Kontaktlinsen ein, so wie sie es seit rund 40 Jahren macht. Wenige Stunden später jucken ihre Augen. Dann sieht sie immer schlechter. Selbst nachdem sie die Linsen herausgenommen hat, verschwindet die Unschärfe nicht.

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Im Gegenteil. Bis zum Abend verschlechtert sich Susannahs Sicht so sehr, dass sie beinahe nichts mehr erkennen kann. Im Krankenhaus stellt ein Augenarzt schließlich eine beidseitige Hornhautinfektion durch Kontaktlinsen fest. Ursache sind laut Diagnose verunreinigte Linsen.

Susannahs Fall, über den auch die britische Daily Mail berichtet, zeigt, wie schnell aus einer alltäglichen Routine ein medizinischer Notfall werden kann.

Augenärztin im RTL-Interview: „Brutstätte für Keime”

Kontaktlinsen sitzen direkt auf der empfindlichen Oberfläche des Auges. Genau deshalb kann mangelnde Hygiene gefährlich werden, erklärt Augenärztin Dr. Astrid Willert im RTL-Interview. „Was wirklich gar nicht geht, ist, eine Kontaktlinse zu lange zu tragen, die wirklich unhygienisch anzuwenden. Weil leider ist es so, dass gerade auf Kontaktlinsen, oder eben auch in solchen Behältnissen oder Lösungen, wirklich das eine Brutstätte für Keime ist.“

Gelangen solche Krankheitserreger an die Hornhaut, kann sich eine sogenannte mikrobielle Keratitis entwickeln. Bei aggressiven Erregern kann die Infektion sehr schnell fortschreiten. Bakterien können die Hornhaut in schweren Fällen innerhalb von 24 Stunden erheblich schädigen. Bleiben Narben zurück oder wird die zentrale Hornhaut angegriffen, drohen bleibende Einschränkungen des Sehvermögens.

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Hornhautinfektion durch Kontaktlinsen: Diese Warnzeichen zählen

Dass etwas nicht stimmt, macht sich häufig deutlich bemerkbar. Die Ärztin nennt vor allem drei Alarmzeichen. Das Auge wird rot, Betroffene reagieren plötzlich empfindlicher auf Licht und die Sehleistung nimmt ab. Spätestens dann gilt: nicht abwarten. „Und dann wirklich nicht warten: Kontaktlinsen raus“, warnt die Expertin.

Auch Augenkliniken führen Schmerzen, Rötungen und verschwommenes Sehen als typische Symptome einer mikrobiellen Hornhautentzündung auf. Solche Infektionen müssen rasch behandelt werden, weil sie sich ohne die richtige Therapie deutlich verschlimmern können.

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Antibiotische Tropfen retten Susannahs Sehvermögen

Susannah hat Glück. Ärzte beginnen rechtzeitig mit der Behandlung. Sie muss ihre Augen stündlich mit antibiotischen Tropfen versorgen. Eine intensive Therapie, die bei schweren Hornhautinfektionen durchaus notwendig sein kann. Auch spezialisierte Augenkliniken behandeln solche Fälle anfangs teilweise mit Augentropfen im Stundenrhythmus.

Bei Susannah schlägt die Behandlung an. Ihr Sehvermögen kann gerettet werden. Ihr Erlebnis ist trotzdem eine deutliche Warnung. Denn selbst nach jahrzehntelanger Erfahrung mit Kontaktlinsen darf die Routine nicht dazu führen, bei der Hygiene nachlässig zu werden.

Darauf sollten Kontaktlinsenträger unbedingt achten

Für eine gute Kontaktlinsen-Hygiene nennt die Ärztin einige einfache, aber wichtige Regeln:

  • Kontaktlinsen nur so lange tragen, wie der Hersteller es empfiehlt.

  • Ausschließlich sterile Aufbewahrungslösung benutzen und diese jeden Tag wechseln.

  • Die Linsen vor dem Einsetzen mit frischer Lösung reiben und abspülen.

  • Den Kontaktlinsenbehälter regelmäßig reinigen und anschließend trocknen lassen.

  • Kontaktlinsen immer nur mit gründlich gewaschenen Händen anfassen.

Hinzu kommt die regelmäßige Kontrolle beim Fachmann. Mindestens einmal im Jahr sollte überprüft werden, ob die verwendeten Linsen noch zum Auge passen.

Denn genau darin liegt die Tücke. Wer jeden Morgen ganz selbstverständlich seine Kontaktlinsen einsetzt, denkt kaum noch darüber nach. Susannah Jowitt hat jahrzehntelang Linsen getragen. Trotzdem reichten am Ende wenige Stunden, um ihr Sehvermögen ernsthaft zu gefährden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Daily Mail