Sie verspricht den ultimativen Nervenkitzel - aber für einige Passagiere wurde sie zum abslouten Horror: Die Achterbahn "X2" des
Freizeitparks "Six Flags Magic Mountain" nahe Los Angeles. Zahlreiche Opfer soll es schon geben, so wie Pamela:
Pamela Guillen, Opfer: "Es waren Sekunden. Du steigst als du selbst ein, aber wenn du zurückkommst, bist du ein medizinischer Notfall."
OV Camille Marquez, Tochter: "Am Ende der Fahrt gab es eine extrem ruckartige Bewegung. Als wir ausstiegen, sah ich meine Mama. Sie saß noch da, wirkte leblos. Da war kein Leben mehr in ihren Augen. Ich habe nur noch geschrien: Mama, Mami, bitte wach auf! Mami, Mami es ist okay, wir sind hier."
Pamela muss mit einer Not-OP am offenen Schädel gerettet werden. - Nur sechs Tage später trifft es Mitte Juli in der selben Achterbahn die 25-jährige Naomi. Beide Frauen waren vorher kerngesund. Doch die Fliehkräfte sind extrem: Denn bei rund 120 Stundenkilometern drehen sich die Sitze zusätzlich um 360 Grad. Bei Naomi und Pamela reißen die Adern im Gehirn, die Folge: eine Hirnblutung.
OT Dr. Specht Länge 31 Sek.
"Das müssen Sie sich vorstellen wie ein Schütteltrauma, was wir bei Babys kennen. // Wenn man jetzt diese Masse des Gehirns beschleunigt und das sehr schnell, dann schleudert diese Gehirnmasse an den knöchernen Schädel.// Wenn Sie dann auch vielleicht noch irgendwie ein Problem in den Hirngefäßen haben, das heißt irgendwie eine gewisse anatomische Besonderheit das Gefäß läuft ein bisschen anders oder die Gefäßwand ist ein bisschen dünner, dann ist die Katastrophe vorprogrammiert.“
Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit immer wieder Verdachtsfälle. Mediziner raten: Treten nach einer Fahrt anhaltende, untypische Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Denn: Eine Hirnblutung macht sich oft erst Tage oder Wochen später bemerkbar.
Grundsätzlich kontrolliert der TÜV in Deutschland bundesweit sehr streng, dagegen sind die Reglungen in den USA ein Flickenteppich. Vor 4 Jahren gab es in der Horror-Achterbahn sogar einen Todsfall. Nach den jüngsten Ereignissen wurde die X2 vorerst stillgelegt.
OV Pamela Guillen, Opfer: "Ich werde nie wieder zu 100 Proztent die sein, die ich mal war, denn es ist ein dauerhafter Hirnschaden. Manchmal zieht mich das richtig runter. Ich bin einfach nicht mehr ich selbst."
Pamela und Naomi haben ihr altes Leben auf dieser Achterbahn verloren – und kämpfen sich jetzt mühsam zurück in einen neuen Alltag.