Geschmack, Sprudel und Mineralstoffe: Mineralwasser im Test – ausgerechnet die 19-Cent-Flasche überrascht alle!
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Von 19 Cent bis 1,29 Euro pro Liter – bei Mineralwasser sind die Preisunterschiede enorm. Doch schmeckt teuer wirklich besser? RTL testet fünf Sorten auf Geschmack, Sprudel und Mineralstoffe. Das überraschende Ergebnis seht ihr oben im Video.
Über 500 Sorten von billig bis teuer. Wir haben mal fünf rausgesucht, ein bekanntes Premium Wasser, einen italienischen Klassiker, bekannt aus der Gastro, einen mittelpreisigen Testsieger, ein beliebtes regionales Mineralwasser und eine günstige Supermarkteigenmarke. Neben dem Preis vergleichen wir den Sprudelgehalt.
„Da ist ordentlich Sprudel drin.”
Die Inhaltsstoffe.
„Natrium mit 118 ist recht hoch.”
„Das ist doch relativ viel.”
Und ganz wichtig den Geschmack.
„Schmeckt Ihnen nicht?”
Das Ergebnis wird definitiv überraschen.
„Das ist ja ein Ding. Hätte ich jetzt nicht gedacht.”
Zuerst geht’s in den Supermarkt. Die Unterschiede sind schon beim Einkaufen spürbar. „Hier zum Beispiel die Eigenmarke 0,19 Euro der Liter. Und wenn wir dann mal ein bisschen vorschauen, dann gibt es auch deutlich teurere Varianten, über einen Euro teurer, 1,29 Euro der Liter.” Neben diesen Sorten kaufe ich für unseren Test ein weiteres höherpreisiges und zwei mittelpreisige Produkte. Wir arbeiten hier mit dem Preis pro Liter. Der unterscheidet sich je nach Markt, Flaschengröße und Verpackung.
„Glasflasche ist natürlich deutlich nachhaltiger und ist aber in der Produktion einfach etwas teurer und Glasflaschen sind schwerer. Das heißt, auch hier haben wir höhere Transportkosten und deshalb haben wir hier den Unterschied.”
Wo landen die Flaschen eigentlich? Ein Blick hinter die Pfandautomaten.
„Einweg sammelt sich hier.”
„Es ist natürlich deutlich nachhaltiger, wenn wir über Mehrweg sprechen.”
Besonders nachhaltig sind solche Kunststoff-Mehrwegflaschen, am besten direkt aus der Region. Einweg- oder speziell geformte Flaschen sind weniger umweltfreundlich und es gilt die Mineralwasserverordnung.
„Sie kommen aus einer Quelle und sie müssen von ursprünglicher Reinheit sein. Es gibt keine Vorgabe, dass Mindestmengen an Mineralstoffen in Mineralwasser sein müssen.
Die Unterschiede zum Wasser aus der Leitung seien dabei oft nicht groß. Doch laut Umweltbundesamt trinkt nur etwa ein Drittel der Deutschen Leitungswasser, der Rest greift lieber zu Flaschenwasser. Und das kann ganz schön schwer werden. „So, ich habe jetzt auf jeden Fall einiges zu schleppen. Ich hoffe, dass sich das lohnt.” Und zwar geschmacklich. Kann ich den Leipziger Passanten das Wasser reichen?
Los geht’s mit unseren mittelpreisigen Produkten.
„Schmeckt ein bisschen süßlich für mich.”
„Ja, würde ich auch sagen.”
„Das ist wieder lasch für mich.”
„Es ist leichter. Leichter als das erste.”
„Mir zu salzig.”
„Nein, es ist mir zu aufdringlich. Zu wenig neutral.”
Auch die teureren Marken schmecken den Passanten unterschiedlich.
„So perlig halt.”
„Das ist gut. Das ist ein bisschen kribbelt.”
„Das schmeckt ein bisschen fader.”
„Hat ein bisschen mehr Säure als die anderen.”
Die Meinung in unserer Verkostung geht stark auseinander. Lichtenauer und Gerolsteiner werden bei unserem kleinen Straßentest als Favoriten genannt. Aber wirklich allen schmeckt unser günstigstes Produkt und wird sogar deutlich teurer eingeordnet.
„Das ist tatsächlich das No-Name-Produkt."
„Das ist ja ein Ding. Hätte ich jetzt nicht gedacht.”
Auch Wasser ist wohl Geschmackssache. Und was geht in puncto Sprudel? Dafür wagen wir ein kleines Experiment.
„Da ist ordentlich Sprudel drin.”
Aber auch noch nach zwei Stunden? Wir stoppen die Zeit. Derweil schaue ich mir mit unserer Expertin die Flaschenetiketten an.
„Es müssen immer die charakteristischen Mineralstoffe für eine Mineralquelle aufgedruckt sein.”
Das sind unter anderem Calcium, Kalium und Magnesium.
„Zum Beispiel Kalzium habe ich 32 Milligramm pro Liter. Wie viel stehen bei Ihnen?”
„Ja, 68,7. Also hier ist das schon deutlich mehr. Kalziumreich wäre ein Wasser aber erst dann, wenn es mindestens 150 Milligramm pro Liter enthalten würde.”
Das erfüllen unsere teureren Produkte. Hier gibt es aber noch einen Haken. „Was mich erstaunt. Natrium mit 118 ist recht hoch.”
„Das ist auch relativ viel.”
Im Gegensatz zu den günstigeren Wässern.
„Das ist deutlich unterhalb der vorgegebenen Werte, die die Mineralwasserverordnung vorgibt.”
Der Maximalwert liegt bei 200 Milligramm pro Liter unter 20 Milligramm, gilt als natriumarm und ist oft gekennzeichnet. Die Werte unserer Produkte sind alle unbedenklich. Viel entscheidender die richtige Lagerung.
„Steht die Plastikflasche in der prallen Sonne, dann nimmt das auch Geschmack an, da sind Glasflaschen etwas im Vorteil, weil dort die Kohlensäure weniger herausdiffundiert.”
Apropos Glas: Schmeckt das gleiche Wasser daraus anders als aus der Kunststoffflasche?
„Finde das etwas milder, etwas runder, weicher.”
„Das schmeckt einfach erfrischender.”
Das ist, auch wenn es aus der Glasflasche ist, definitiv.
Auch in unserem Sprudeltest integrieren wir von drei Marken das Pendant in der Glasflasche. Einen großen Unterschied stelle ich nach zwei Stunden nicht fest. In allen Gläsern steigen noch ein paar Bläschen hoch, wenn auch deutlich weniger als am Anfang.
„Es schmeckt keines abgestanden und alle schmecken durchaus sprudelig – bis auf das teure Produkt. Aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.”
Fakt ist: Teurere Wässer enthalten oft mehr Mineralstoffe. In jedem Fall lohnt sich ein Blick aufs Etikett. Auch die günstigsten Marken überzeugen in Sprudel, Dauer und Geschmack. Und mit einer Mehrwegflasche tun wir auch noch der Umwelt etwas Gutes.
