WHO schlägt AlarmEbola breitet sich aus: So gefährlich ist das tödliche Virus

Die WHO ruft den internationalen Gesundheitsnotstand aus.
Im Kongo und in Uganda breitet sich eine seltene Ebola-Variante aus, gegen die es bislang weder Impfstoff noch gezielte Therapie gibt. Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich – und müssen wir uns in Deutschland Sorgen machen?
Warum Ebola so gefährlich ist
131 Todesfälle, mehr als 500 Verdachtsfälle und große Sorge vor einer weiteren Ausbreitung. Die aktuelle Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo alarmiert internationale Gesundheitsbehörden. Besonders brisant: Ausgelöst wird der Ausbruch von der seltenen Bundibugyo-Variante – gegen sie gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Angst vor einer Ausbreitung wächst, auch wenn Experten für Deutschland aktuell Entwarnung geben.
Ebola zählt zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Dazu gehören unter anderem Blut, Erbrochenes oder Speichel. Schon deshalb gelten bei Verdachtsfällen extrem strenge Schutzmaßnahmen.
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Die Krankheit beginnt oft unscheinbar. Experten vergleichen die ersten Symptome mit einer Grippe oder schweren Magen-Darm-Erkrankung. Fieber, Schwäche, Durchfall und Schmerzen treten häufig zuerst auf. Später verschlechtert sich der Zustand vieler Patienten dramatisch. In schweren Fällen kommt es zu Organversagen und inneren Blutungen.
Der Virologe Florian Klein von der Universität Köln erklärt, dass Ebola „in aller Regel durch direkten Kontakt mit bereits erkrankten Personen beziehungsweise deren Körperflüssigkeiten“ übertragen werde.
Diese Ebola-Variante bereitet Experten besondere Sorgen
Die aktuelle Epidemie wird von der sogenannten Bundibugyo-Variante verursacht. Sie ist deutlich seltener als der bekannte Zaire-Stamm, der beim großen Westafrika-Ausbruch 2014 und 2015 tausende Menschen tötete.
Damals starben mehr als 11.000 Menschen. Die Sterblichkeitsrate lag teils bei bis zu 90 Prozent. Beim aktuellen Bundibugyo-Stamm schätzen Experten die Todesrate auf etwa 30 bis 50 Prozent. Trotzdem ist die Lage ernst. Denn anders als beim Zaire-Virus fehlt bislang ein wirksamer Impfstoff.
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WHO-Vertreterin Anne Ancia erklärte jetzt, dass weltweit geprüft werde, welche Impfstoff-Kandidaten oder Medikamente möglicherweise trotzdem helfen könnten.
Woher kommt Ebola eigentlich?
Seinen Namen verdankt das Virus dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Dort wurde die Krankheit 1976 erstmals entdeckt. Schon damals starben mehr als 70 Prozent der Infizierten.
Bis heute ist nicht endgültig geklärt, woher das Virus ursprünglich stammt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass bestimmte Fledermausarten sogenannte Reservoirwirte sein könnten. Das bedeutet: Sie tragen das Virus in sich, ohne selbst schwer zu erkranken. Auch verschiedene Affenarten stehen unter Verdacht.
Müssen wir uns in Deutschland Sorgen machen?
Nach Einschätzung von Experten ist das Risiko für Europa derzeit sehr gering. Der Mikrobiologe Fabian Leendertz vom Helmholtz-Institut hält größere Ausbrüche in Ländern mit guten Gesundheitssystemen für „extrem unwahrscheinlich“.
Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht aktuell keinen Handlungsbedarf. Das Risiko für Deutschland sei „äußerst gering“. Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für „nahezu ausgeschlossen“.
Das Robert Koch-Institut verweist zudem auf die Erfahrungen aus dem großen Ebola-Ausbruch 2014/2015. Trotz internationaler Flugverbindungen seien damals nur einzelne Infizierte nach Europa gelangt.
Ganz ausgeschlossen sind einzelne Fälle aber nicht. Experten betonen, dass mit steigender Zahl an Erkrankten auch das Risiko wächst, vereinzelt Patienten in Deutschland behandeln zu müssen. Während des großen Ausbruchs in Westafrika wurden drei Ebola-Patienten in spezialisierten Kliniken in Deutschland versorgt.
Krisengebiet erschwert den Kampf gegen Ebola
Besonders problematisch ist die Lage im Osten des Kongo. Dort erschweren bewaffnete Konflikte und schwache Gesundheitssysteme die Eindämmung des Virus massiv. Medizinisches Personal fehlt vielerorts, ebenso Schutzkleidung und Infrastruktur.
Hinzu kommt Misstrauen gegenüber Behörden und Helfern. Laut Experten setzen manche Menschen stattdessen auf traditionelle Heilmethoden. Genau das könnte die schnelle Ausbreitung zusätzlich begünstigen.
Die WHO und afrikanische Gesundheitsbehörden versuchen nun fieberhaft, die Epidemie einzudämmen. Denn ohne Impfstoff wird der Kampf gegen das gefährliche Ebola-Virus deutlich schwieriger. (jve)
Verwendete Quellen: dpa, Reuters, afp


