Fallen sollen Erreger aufspürenTödliches Hanta-Virus auf Kreuzfahrt! Forscher suchen jetzt die Ursache

The sun shines down on Ushuaia, Argentina, Thursday, May 14, 2026. (AP Photo/Joel Reyero)
Von der Stadt Ushuaia in Argentinien aus war das Kreuzfahrtschiff "Hondius", auf dem drei Menschen nach einer Hantavirus-Infektion starben, am 1. April zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. 
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Nach den tödlichen Hantavirus-Fällen an Bord der „Hondius“ suchen Experten in Südargentinien nach der Quelle des Erregers. In der Stadt Ushuaia werden Fallen für Nagetiere aufgestellt, die als Wirte des Virus gelten. Die lokalen Behörden halten einen anderen Ursprungsort aber für wahrscheinlicher.

Wissenschaftler haben nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“damit begonnen, in der südargentinischen Stadt Ushuaia nach einem möglichen Ursprung des Virus zu suchen. Biologen stellten vor Ort erste Fallen auf, um mögliche Träger des Virus zu fangen. Nagetiere wie Ratten und Mäuse gelten als Hauptwirt des Hantavirus.

Die „Hondius“, auf der drei Menschen nach einer Hantavirus-Infektion starben, war am 1. April in Ushuaia an der Südspitze Argentiniens zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein Team von Biologen aus Buenos Aires will nun über mehrere Tage an verschiedenen Orten auf der Insel Feuerland Nagetiere fangen und untersuchen, ob sie die Andes-Variante des Hantavirus tragen. Diese gilt als einziger Hantavirusstamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Am Montagabend stellten Biologen und Mitarbeiter des Nationalparks mit Masken und Handschuhen Dutzende kleine Metallkäfige auf Wegen außerhalb Ushuaias auf. Weitere Fallen wurden im Nationalpark Tierra del Fuego platziert, einem rund 70.000 Hektar großen Gebiet mit Wäldern, Seen und Bergen etwa 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Wie aus Kreisen örtlicher Gesundheitsbehörden verlautete, sollen bis zu 150 Fallen aufgestellt werden.

Das seltene Virus verursacht Atemwegserkrankungen, eine Heilung gibt es nicht. Üblicherweise verbreitet es sich über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere.

Die Behörden der Provinz Feuerland betonen, dass dort seit Einführung der Meldepflicht vor 30 Jahren kein Hantavirus-Fall registriert wurde. Auch örtliche Wissenschaftler halten es für wahrscheinlicher, dass sich die Infektionen an Bord der „Hondius“ in einer anderen Region ereigneten. Zwei der Todesopfer, ein niederländisches Ehepaar, waren zuvor vier Monate lang in Argentinien sowie auch in Chile und Uruguay unterwegs gewesen.

Verwendete Quellen: kst/AFP