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Die teuerste Milch der Welt

Wird Stuten- jetzt die neue Hafermilch?

19. März 2021 - 14:10 Uhr

Ist Stutenmilch die neue Kuhmilch?

Wer nach einem Ersatz für Kuhmilch sucht, denkt oft als erstes an pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Soja-, Mandel- oder Kokosmilch. In Großbritannien hingegen wird Stutenmilch immer beliebter. Frank Shellard ist Großbritanniens einziger Produzent von Stutenmilch und behauptet, sein vitaminreiches Getränk sei die beste Wahl für Müsli, Tee und Kaffee. Was dahinter steckt und wie die Milch gewonnen wird, sehen Sie im Video. Doch wie gesund ist die Pferdemilch wirklich? Ernährungsexpertin Nora Rieder ordnet ein.

Ist die Stutenmilch ihren Preis wert?

Nachdem sie vor fünf Jahren eine Herde von 14 französischen Trait du Nord-Stuten gekauft hat, verkaufen die Shellards mittlerweile Stutenmilch an Kunden in ganz Großbritannien. Stolze £6,50 – umgerechnet also 7,60 Euro – kosten 0,25 Liter der "Combe Hay's Mare Milk", die Frank Shellards Stuten liefern.

Ein Reporter der britischen Tageszeitung "The Sun", der Frank auf seinem Hof in Bath besucht, beschreibt die Stutenmilch so: "Auf den ersten Blick sieht sie aus wie teilentrahmte oder entrahmte Milch." Der Geschmack sei leicht süß und erinnere an Hafer- oder Mandeldrink. Aber was macht die Stutenmilch so besonders?

Stutenmilch liefert "siebenmal so viel Vitamin C wie Kuhmilch"

"Von der Zusammensetzung her ähnelt Stutenmilch der Muttermilch: Sie ist fettarm, enthält aber relativ viel Milchzucker (Lactose), Vitamine und Mineralstoffe", erklärt Ernährungsexpertin Nora Rieder. "Milchzucker ist leichtverdaulich und fördert zum einen die Aufnahme von Calcium, zum anderen die Entwicklung einer gesunden Darmflora." Zudem enthalte sie viele ungesättigte Fettsäuren und hochwertiges Eiweiß. "Die enthaltenen Fettsäuren wie Linolensäure wirken entzündungshemmend und haben eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem und können beispielsweise auch Arthrose lindern", erklärt Rieder. Außerdem sorgten sie dafür, dass die Stutenmilch bekömmlicher ist als Kuhmilch. Dies mache Stutenmilch auch zu einer guten Alternative für Menschen, die an einer Kuhmilch-Allergie leiden.

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Doch das ist noch nicht alles: "Stutenmilch liefert siebenmal so viel Vitamin C und die 17-fache Menge an Vitamin D wie Kuhmilch. Außerdem enthält Stutenmilch Inulin und Bakterien wie Lactobacillus acidophilus, die sich – wie auch der hohe Gehalt an Lactose - positiv auf die Darmflora auswirken und das Wachstum der uns nützlichen Bifido-Bakterien unterstützen", so Rieder weiter. Das erkläre den positiven Effekt auf unser Immunsystem.

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Stutenmilch kann Neurodermitis positiv beeinflussen

Aber auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte kann Stutenmilch über eine Stärkung des Magen-Darm-Trakts positiv beeinflussen. Das konnten unter anderem Forscher der Universität Jena in einer Studie nachweisen. Für diese haben 23 Neurodermitis-Patienten über einen Zeitraum von vier Monaten täglich 0,25 Liter Stutenmilch getrunken. In dieser Zeit besserte sich das Hautbild bei einem Drittel der Patienten um etwa 30 Prozent.

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In Deutschland gibt es etwa 40 Gestüte, die sich auf die Stutenmilchproduktion spezialisiert haben. Die Haltung unterliegt strengen Auflagen. Wer Stutenmilch ausprobieren möchte, sollte darauf achten, dass die Milch aus biologischer Herstellung stammt. Dem Futter dürfen keine chemischen Zusätze beigemischt werden und die Milch muss naturbelassen sein. Nur dann kann die Stutenmilch ihre positiven Wirkungen entfalten.

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