Was hat sich in der Tatnacht abgespielt?

Wende im Mordfall Leonie? Einer der Verdächtigen angeblich ihr fester Freund

Nach Fund der Leiche einer 13-Jährigen in Wien stellen Trauernde Blumen und Kerzen auf.
Nach Fund der Leiche einer 13-Jährigen in Wien stellen Trauernde Blumen und Kerzen auf.
© dpa, Herbert Neubauer, neu alf

03. Juli 2021 - 16:21 Uhr

Leonies tragischer Tod gibt Rätsel auf

Wurde sie von ihrem eigenen Freund umgebracht oder ist der erste Tatverdächtige unschuldig? Der Fall rund um die 13-jährige Leonie aus Österreich, die am Samstagmorgen tot an einen Baum gelehnt in Wien aufgefunden worden war, könnte jetzt – knapp eine Woche später – womöglich eine überraschende Wendung nehmen. Während nach einem vierten Beschuldigten noch per internationalem Haftbefehl gefahndet wird, hat einer der drei bereits festgenommenen Verdächtigen im Verhör mit der Kriminalpolizei ausgesagt. Und seine Version der Tatnacht überrascht.

Im Video: Polizei sucht nach viertem Tatverdächtigen im Fall der ermordeten Leonie aus Österreich

"Ich war dann komplett weg"

Im Beisein seines Anwaltes hat der erste Verdächtige Ali Sena H. (16) laut "Kronen Zeitung" erste Angaben gemacht. Demnach sei er nicht nur ihr fester Freund gewesen. Der Jugendliche behauptet auch, ihm und der Schülerin seien Drogen ins Getränk gemischt worden. Mit der schrecklichen Tat will er nichts zu tun gehabt haben, ganz im Gegenteil. Er sei nicht zurechnungsfähig gewesen: "Leonie und ich haben ein Mischgetränk bekommen. Da dürften K.o.-Tropfen drin gewesen sein. Ich war dann komplett weg", erklärte er laut des Berichts im Beisein der Kriminalpolizei. In der Wohnung, in der sie sich aufgehalten haben, sollen zu diesem Zeitpunkt neben ihm noch ein weiterer Afghane und der 18-jährige Wohnungsbesitzer anwesend gewesen sein.

Im Anschluss an seine Aussage ergänzte der Anwalt des Verdächtigen weitere angebliche Details: "Er weiß nicht, was dann passiert ist. Als er aufgewacht ist, hat er gesehen, wie schlecht es seiner Freundin geht. Da hat er die Rettung gerufen."

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Zeuge sagte aus, dass Ecstasy konsumiert worden sei

Leonie war in der Nacht auf Samstag von mindestens zwei Männern mehrfach sexuell missbraucht und am Morgen in Wien-Donaustadt leblos an einem Baum gelehnt gefunden worden. Passanten hatten daraufhin Rettungswagen und Polizei alarmiert. Seither läuft die Fahndung nach den Tätern. Drei Verdächtige konnten bereits festgenommen werden.

Wie die Ermittler bereits bekanntgegeben haben, soll ein Freund ausgesagt haben, dass sich ihm einer der Tatverdächtigen anvertraut hatte. Demnach habe er erfahren, dass in besagter Nacht in der Wohnung Drogen, maßgeblich Ecstasy, konsumiert worden sei. Mit Betracht auf die neuesten Aussagen von Ali Sena H. könnte es sich aber auch um Liquid Ecstasy gehandelt haben. Die GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure) wird häufig als K.o.-Mittel verwendet, weil es in Getränke gemischt unbewusst eingenommen werden kann.

Wie gefährlich K.o.-Tropfen wirken können, zeigen wir hier im Selbsttest. (cch)