28. Mai 2019 - 19:05 Uhr

K. o.-Tropfen im Selbstversuch

K. o.-Tropfen: Ein Begriff, der Angst macht. Zu viele Fälle sind mittlerweile bekannt, in denen vor allem Frauen statt einer sorglosen Partynacht einen absoluten Alptraum erlebten. Wie fühlt es sich an, unter Einfluss dieser gefährlichen Droge zu stehen? RTL-Reporterin Sina wollte es ganz genau wissen und hat den Selbstversuch gewagt - unter ärztlicher Begleitung. Wie heftig Sinas Erlebnisse waren, sehen Sie im Video.

Was sind K. o.-Tropfen?

K. o.-Tropfen sind Drogen, die einen Menschen bewusstlos, hilflos oder handlungsunfähig machen. Es handelt sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Substanzen. Besonders tückisch: In der Regel sind sie farb- und geruchlos. Die Substanz muss aber nicht immer flüssig sein. Es gibt auch Tabletten und Pulver.

In der Medizin werden die Wirkstoffe oft zur Beruhigung oder Betäubung eines Patienten eingesetzt. Bekannt als K. o.-Tropfen wurden sie jedoch durch den Missbrauch, vor allem in Bars und Diskotheken, in denen Sie meist Frauen ins Getränk gemischt werden. Meist sind sexuelle Motive Hintergrund der Tat. Aber auch bei Raubüberfällen werden die Tropfen eingesetzt, um das Opfer zu betäuben.

Wie wirken K.o.-Tropfen im Körper?

K. o.-Tropfen wirken unterschiedlich. Je nach Dosierung reicht die Wirkung von Entspannung, sexueller Enthemmung bis hin zu tiefer Bewusstlosigkeit, die auch lebensbedrohlich sein kann.

Erste Symptome: Schwindel und Übelkeit
Direkt nach der Einnahme von K. o.-Tropfen wird den Betroffenen meistens ganz plötzlich übel und schwindlig. Oft vermuten sie, dass diese Wirkung vom Alkohol kommt, auch wenn sie bis dahin nicht übermäßig viel getrunken haben.
Das Problem: Für Außenstehende erscheint alles relativ unauffällig. Die Betroffenen wirken höchstens etwas angetrunken oder teilnahmslos.

Schon vor der Bewusslosigkeit: Opfer sind willenlos und manipulierbar
Schon bevor eine Bewusstlosigkeit eintritt, werden die Betroffenen praktisch willenlos und leicht manipulierbar. Und hier schlägt die Stunde der Täter: Sie nehmen Kontakt zu der Frau auf, bieten Hilfe an, führen sie nach draußen. Und dort sind die Betroffenen dann leichte Beute für die Täter.

Volle Dröhnung: Extreme Müdigkeit setzt ein
Wenn die Droge ihre volle Wirkung entfaltet, setzt schlagartig eine extreme Müdigkeit ein. Die Opfer fallen in einen tiefen Schlaf oder werden sogar bewusstlos. Werden die K. o.-Tropfen mit Alkohol eingenommen, verstärkt sich die Wirkung, zum Teil mit gefährlichen Folgen: Es kann nicht nur zu Bewusstlosigkeit sondern auch zu Atemstillstand kommen.

Filmriss beim Aufwachen
In fast allen Fällen haben Betroffene nach dem Aufwachen keinerlei Erinnerungen mehr, viele berichten von einem Blackout oder totalen Filmriss. Das Schreckliche daran: viele wissen, dass ihnen etwas Schlimmes widerfahren ist. Sie haben Schmerzen und Verletzungen, die sie sich nicht erklären können. Das Unwissen darüber, was genau passiert ist, macht vielen sehr zu schaffen.

Welche Arten von K. o.-Tropfen gibt es?

Alkoholische Getränke stehen auf einem Tisch der Diskothek Bellevue, einem Club nur für über 30 Jährige, in Frankfurt (Oder), aufgenommen am 17.04.2010. Foto: Patrick Pleul
Es gibt verschiedene Betäubungsmittel, die - meist ins Getränk gemischt - als K.o.-Tropfen eingesetzt werden.
© picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Als K. o.-Tropfen werden verschiedene Betäubungsmittel verwendet. Wir erklären, welches es gibt und wie sie in den meisten Fällen wirken:

GHB und GBL

Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) bzw. Gamma-Butyrolacton (GBL – Vorstufe von GHB) - in der Partyszene bekannt unter "Liquid Ecstasy", "Liquid E", "Liquid X. GHB wurde ursprünglich als Narkosemittel entwickelt wird aber medizinisch kaum noch eingesetzt.

Diese Substanz hat in geringen Dosierungen eine aufputschende und enthemmende Wirkung, während bei größeren Mengen eine narkotisierende Wirkung eintritt. Übelkeit, Kopfschmerzen und Koordinationsstörungen können außerdem auftreten. Die K.o.-Tropfen sind flüssig, geruchslos und haben einen salzigen Geschmack, der jedoch mit Getränken vermischt oft nicht auffällt.

Ketamin

Wird Ketamin als K. o.-Tropfen verwendet, kann es zu Halluzinationen, verstärktem Farbempfinden, verzerrtem Raum- und Zeitempfinden sowie Euphorie kommen. Außerdem mindert Ketamin das Schmerzempfinden und kann zur Bewusstlosigkeit führen.

Rohypnol

Bereits bei einer geringen Dosis kann dieser Wirkstoff starke Benommenheit hervorrufen. Auch Koordinations- und Sehstörungen sowie Halluzinationen und Muskelkrämpfe können auftreten. Im Zusammenhang mit Alkohol können diese K. o.-Tropfen zu verstärkten und lang anhaltenden Symptomen führen.

Valium

Valium wirkt muskelentspannend, schmerz- und angstlösend. Die Wirkung tritt schnell ein und hält je nach Dosierung mit etwa 24 bis 48 Stunden relativ lange an.

Hier geben wir Tipps, wie Sie sich vor K. o.-Tropfen schützen können.