Freude, Begeisterung, Hochstimmung

Gesundheitslexikon: Euphorie

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16. Juli 2019 - 15:05 Uhr

Die Euphorie kann auch medizinisch relevant sein

Der Begriff Euphorie ruft bei den meisten Menschen eine gewisse Vorstellung eines Gemütszustandes hervor. Diesen in Verbindung mit einer medizinischen Relevanz zu setzen, dürfte zuerst einmal ungewohnt erscheinen. Nichtsdestoweniger wird auch dieses Gefühl durch bestimmte Prozesse und Hormone im Körper ausgelöst. Genau dieser Umstand gibt der Euphorie auch in medizinischer Hinsicht eine Bedeutung. Außerdem kann sie Auslöser bestimmter Krankheitsbilder sein.

Was ist Euphorie?

Im täglichen Leben durchläuft der Mensch unterschiedliche Gemütszustände. Dies ist in bestimmten Situationen normal und von keiner medizinischen Relevanz. Neben Abgeschlagenheit und Betrübtheit, sind leistungsstarke und freudige Gefühlszustände -  bis hin zur Euphorie - die Normalfälle. Der Begriff Euphorie stammt aus dem Griechischen und bedeutet: etwas leicht nehmen oder gut ertragen können. Allgemein beschreibt die Euphorie einen eher überschwänglichen Gemütszustand. Dieser hält in der Regel vergleichsweise kurz an und äußert sich durch meist heftige Gefühlswallungen, welche ein gesteigertes Wohlbefinden zur Folge haben. Außerdem ist größere Lebensfreude ein mögliches Symptom der Euphorie. Neben Einzelpersonen können zum Beispiel auch Sportereignisse eine gemeinschaftliche Euphorie hervorrufen.

Wann spricht man in der Medizin von Euphorie?

Das Phänomen an sich ist nur recht schwer zu fassen und auszudrücken. Ursächlich für die überschwänglichen Gemütszustände können bestimmte Glücksmomente und die Freude über Gegenstände oder Situationen sein. Medizinisch relevant ist Euphorie, weil sie zur Verstärkung von Gefühlen beiträgt und so unter anderem auch Unsicherheiten und Hemmnisse vermindert. Dies kann einen positiven Einfluss auf den Körper haben. Besonders das Hormon Dopamin spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Es macht nicht nur glücklich und zufrieden, sondern erhöht gleichzeitig die Leistungsbereitschaft. Allgemein ist der Effekt der Euphorie umso höher, je unerwarteter er eintritt. Sportliche und auch berufliche Erfolge können Auslöser sein.

Beispiele für Erkrankungen

Sportler können das Glücksgefühl der Euphorie zum Beispiel durch sportliche Erfolge erleben. Dies führt zu dem Bestreben, das Erlebnis so oft wie möglich zu wiederholen, um das Gefühl erneut zu verspüren. Jedoch ist für Euphorie nicht immer das Erreichen dieses Glückszustandes erforderlich, sondern lediglich das Wissen um die Möglichkeit, in diesen Zustand verfallen zu können. Nicht jedes Mal muss die Euphorie erreicht werden. Kommt es allerdings zur Sucht nach den Gefühlen, kann Euphorie medizinisch relevant und im gewissen Sinne krankhaft werden. Dies ist teilweise dem Hormon Dopamin geschuldet. Es wirkt im Gegensatz zum Glückshormon Serotonin viel intensiver und kürzer.

Wer ist besonders gefährdet?

Da Euphorie auch durch den Missbrauch von berauschenden Mitteln oder bestimmten Medikamenten ausgelöst werden kann, sind besonders solche Personengruppen gefährdet, die entsprechende Mittel konsumieren. Allerdings können auch Überdosierungen pflanzlicher Mittel wie Ginseng zu einer schädlichen Euphorie-Abhängigkeit führen. Bipolare Störungen bei Patienten gehen mit dem Verlust des seelischen und psychischen Gleichgewichts einher, was die gefährliche Schere zwischen extremer Euphorie und dem Fall in schlimme Depressionen weiter öffnet. Wird die Sucht nach euphorischen Gefühlszuständen zu stark, wird auch die Suche nach dem Auslöser für den Kick immer waghalsiger. Hierdurch steigen die Gefahren von Verletzungen und Überdosierungen. Zusätzlich kann der Bezug zur Realität verloren gehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.