Illegale Behandlungen boomen

Verpfuschte Beauty-OP: Frau (22) droht Lippen-Amputation

Lippenaufspritzen ist mit einigen Risiken verbunden. (Symbolbild)
Lippenaufspritzen ist mit einigen Risiken verbunden. (Symbolbild)
© iStockphoto

13. Mai 2021 - 14:58 Uhr

Beim Aufspritzen Arterie getroffen

Sie wollte einen vollen Kuss-Mund haben, doch die Behandlung ging schief: Einer 22-Jährigen aus Wien droht nun eine Amputation der Lippen.

Teilamputation mit Schluckstörung droht

Die junge Frau sei bei einer Quacksalberin gelandet, berichtet "heute.at". "Bei der Unterspritzung mit Hyaluronsäure wurde eine Arterie getroffen. Die Frau wurde erst notfallmedizinisch versorgt und musste dann auf die plastische Chirurgie. Nun droht ihr sogar eine Teilamputation der Oberlippe mit folgender Schluckstörung", zitiert das Portal Nataliya Miraval, die in Wien eine Privatpraxis für Ästhetische Medizin leitet.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein derartiger Fall Schlagzeilen macht. Schon 2019 stand eine Influencerin in Bochum vor Gericht, weil sie sich als Heilpraktikerin ausgegeben und ihren Followern die Lippen aufgespritzt hatte – teils mit fatalen Folgen. Die Frau wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Glimpflicher kam eine 40-Jährige in Berlin davon: Auch sie führte ohne entsprechende Qualifikation oder Erlaubnis Beauty-Behandlungen an gutgläubigen Menschen durch, die Entzündungen, Hämatome, Schwellungen, Verhärtungen oder Rötungen davontrugen. Sie bekam eine Bewährungsstrafe.

Video: Influencerin spritzte illegal Lippen auf

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Illegale Beauty-Behandlungen boomen seit der Pandemie

Ärztin Nataliya Mira
Ärztin Nataliya Mira.
© Nataliya Mira

Laut Miraval habe die Pandemie bei illegalen Beauty-Behandlungen einen regelrechten Boom ausgelöst. "Einer Patientin wurde in der Küche Botox gespritzt, während daneben die Suppe am Herd köchelte. Das widerspricht allen hygienischen Auflagen. Außerdem dürfen nur ausgebildete Ärzte Botox spritzen", sagt die Ärztin. "Frauen, die nach einem verpfuschten Eingriff zu mir kommen, haben oft monatelang starke Schwellungen oder Ausschläge im Gesicht. Sie wurden in privaten Wohnungen mit nicht zertifizierten Produkten behandelt. Das kann lebensgefährlich sein."

MST