Fleisch soll nicht zum Luxusgut werden

Wie Sie mehr fürs Tierwohl tun können und dabei sparen

17. Juni 2021 - 16:52 Uhr

Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt

Vor allem seit Beginn der Corona-Krise denken viele Leute vermehrt über ihr Essverhalten nach. Durch die viele Home-Office-Arbeit müssen einige vermehrt von zuhause kochen. Doch was kommt auf den Tisch? Ist das Fleisch auch wirklich von gesunden Tieren? Und werden die auch artgerecht gehalten? Immerhin: Die Nachfrage nach Bio-Geflügel ist in der Corona-Krise um fast 70 Prozent gestiegen, meldet der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft. Klingt erstmal gut! Doch in puncto Nachhaltigkeit und Tierwohl geht's noch besser. Hier erfahren Sie, was Verbraucher tun können und wie Sie am Ende sogar noch richtig Geld sparen!

Mit bewusstem Fleischkonsum können Sie sparen

Um die Belastungen für Klima und Umwelt zu reduzieren, sollten die Deutschen weniger Fleisch essen. Verbraucherschützer warnen indes vor zu hohen Preisen: Fleisch soll nicht zum Luxusgut werden. Doch wie passt das zusammen?

Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg plädiert in diesem Zusammenhang für einen bewussten Fleisch-Konsum: "Wenn man weniger Fleisch, dafür aber hochwertiges, also Biofleisch kauft, ist es für viele Menschen schon möglich, sich dieses Fleisch zu leisten. Außerdem kommt dazu, dass wenn man Fleisch weglässt und dafür auf mehr Gemüse setzt, und da auf saisonale, regionale Produkte achten kann. Und gerade das Gemüse, was Saison hat, ist in der Regel günstiger als das, was gerade keine Saison hat." Fleisch sollte damit möglichst nur noch 1-2 Mal in der Woche konsumiert werden.

Zu hoher Fleischkonsum: Schlecht für die Umwelt und für's Tier

Mehr als 57 Kilogramm pro Kopf - so viel Fleisch hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr verzehrt. Tendenz zwar sinkend, aber immer noch zu hoch, kritisieren Ernährungswissenschaftler und Umweltschützer. Denn die Herstellung von tierischen Produkten verbraucht nicht nur sehr viel Wasser und Fläche, sondern stößt auch große Mengen CO2 aus. Auch das Tierwohl bleibt dabei meist auf der Strecke.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Durch die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten und Haltungsformen, bei denen auf eine artgerechte Haltung geachtet wird, hat auch der Handel reagiert und eine Initiative namens "Tierwohl" gegründet. Mit dabei: ein Label, das die unterschiedlichen Haltungsformen der Tiere kennzeichnet. Das Problem: die höchste Klassifizierung, die Stufe 4, also Bioprodukte oder Fleisch aus Betrieben, in denen die Tiere ein vergleichbar gutes Leben führen, gibt es kaum zu kaufen. Damit hat der Verbraucher im Supermarkt fast keine Chance auf faire Tierprodukte zurückzugreifen.

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Ist Bio wirklich gleich Bio?

Immer wieder kursieren Gerüchte darüber, dass Bio in Wirklichkeit gar kein richtiges "Bio" ist. Also kann man den Bio-Logos auf dem Fleisch vertrauen? Julia Fischer von der Verbraucherzentrale ordnet ein: "In der Bio-Tierhaltung ist auch nicht alles ganz heile Welt. Aber den Tieren steht mehr zur Verfügung, als einfach nur dem gesetzlichen Mindeststandard entspricht. Das heißt, die Tiere müssen Zugang zu einer Außenfläche haben, was eben auch für die Tiere ein schöneres Leben bedeutet als wenn sie permanent nur eingesperrt sind."

Auf dem Biohof Eggers wird genau diese Haltungsform umgesetzt. Wie sich der Hof in Hamburg für das Tierwohl einsetzt, erfahren Sie oben im Video. Hier wird immerzu daran gearbeitet den Tieren eine schönstmöglichste Lebenszeit zu bieten.

Wer selbst etwas für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft tun will, reduziert am besten seinen Fleischkonsum.

Das können Verbraucher tun

Doch was können Verbraucher nun tun, um das Tierwohl zu unterstützen und die Umwelt zu schützen? Wir haben die Top-Tipps für Sie zusammengestellt:

  1. 2-3 x Fleisch pro Woche reicht, dann am besten Biofleisch.
  2. Bei abgepackter Ware möglichst Haltungsstufe 4 einkaufen.
  3. Und auf jeden Fall günstiger und gesund: saisonales Gemüse.
  4. Öfters auf vegane und vegetarische Alternativen zurückgreifen

Davon profitieren dann alle: Tiere, Menschen und die Umwelt – also wir alle. (law)

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