Nur die Behandlung der Symptome ist möglich

Welche Medikamente helfen bei einem milden Covid-19-Verlauf?

Paar in Schutzmasken und Handschuhen, zu Hause isoliert mit Coronavirus-Atemwegssymptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Husten.
© iStockphoto, iStock, master1305

02. September 2020 - 15:14 Uhr

Was verschreibt mir der Hausarzt?

Die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19 verläuft laut Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 81 Prozent aller Menschen mild, also bei der großen Mehrzahl der Infizierten. Aber welche Medikamente kann ich nehmen, beziehungsweise wird ein Hausarzt verschreiben, wenn ich einen solchen milden Verlauf zeige und mich zuhause in Quarantäne auskurieren soll?

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Zuhause bleiben, in Quarantäne gehen - und sich auskurieren

Trockener Husten, Fieber, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit: Noch vor sieben Monaten wäre jeder mit diesen Symptomen von einer Erkältung oder einem grippalen Infekt ausgegangen. Doch in der Corona-Pandemie kann es sich auch um eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 handeln. Wer solche Symptome hat, wird in der Regel durch den Hausarzt getestet oder muss sich in ein Testzentrum zur Abklärung begeben. Wenn dann die Diagnose Covid-19 gestellt wird, heißt es: Zuhause bleiben, in Quarantäne gehen und sich auskurieren mit der Hoffnung, dass es bei einem milden Verlauf bleibt. Denn bei 14 Prozent der Infizierten kommt es zu einem schwereren und bei 5 Prozent sogar zu einem kritischen Verlauf.

Nur die Symptome können gelindert werden - den Rest erledigt das Immunsystem

Wie wird eine milde Infektion mit leichten oder mittelschweren Symptomen denn behandelt? Mediziner Dr. Christoph Specht sagt: "Wie bei einer Erkältung gilt in diesem Fall auch die berühmte Losung 'Weniger ist mehr'." Medikamente gegen den Erreger werden auch hier nicht eingesetzt, die Behandlung sei rein symptomatisch. Das heißt: Mit Medikamenten kann man die Symptome der Erkrankung mildern und erträglicher machen. Hausmittelchen, das sagte schon im März Virologe Alexander Kekulé von der Uniklinik Halle in einem MDR-Podcast, sind "durchaus gut gegen diese Erkrankung". Den Kampf gegen das Virus, also die eigentliche Arbeit, erledigt allerdings das Immunsystem.

Am besten helfen Schlaf und Ruhe

Gegen den Husten können Hustensäfte, Inhalationen und Schleimlöser oder Halssprays eingesetzt werden, gegen Mattigkeit und Fieber Medikamente wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol. Anfang März hatte es noch seitens WHO geheißen, Ibuprofen solle besser gemieden werden, doch wenig später ruderte man in Genf zurück. "Aber am besten ist aber immer noch Schlafen", so der Medizinjournalist. "Und wenn man wieder auf den Beinen ist, am besten noch einen halben Tag Ruhe dranhängen, damit es nicht zum Rückfall kommt."

Wenn Kurzatmigkeit auftritt: Wieder zum Arzt!

Natürlich müssen auch Infizierte mit einem milden Verlauf darauf achten, wie sich die Krankheit entwickelt. Doch der Arzt warnt davor, wahrgenommene Phänomene falsch zu deuten: "Bei vielen Patienten kommt es zu einer übersteigerten Selbstbeobachtung", sagt er. Gradmesser dafür, erneut einen Arzt aufzusuchen, sei aber definitiv Kurzatmigkeit. Die kommt zustande, wenn die Sauerstoff-Sättigung unter 97 % fällt. Viele Patienten merken zuerst nicht, dass sich der Wert verschlechtert hat. Wer ganz sicher gehen will, kann den Wert mit einem Pulsoxymeter messen. Aber spätestens, wenn die Atmung erschwert ist, sollte erneut der Hausarzt aufgesucht werden - denn dann ist aus dem milden Verlauf ein schwererer geworden.

VIDEO-PLAYLIST: Alles, was Sie über das Coronavirus wissen müssen