XMas-Schmaus im Hochsommer

Weil Weihnachten wegen Corona ausfiel: Familie holt Festessen nach

Weihnachtliche Deko bei sommerlichen Temperaturen: Für das Weihachtsfest im Juli durfte auch Santa nicht fehlen.
Weihnachtliche Deko bei sommerlichen Temperaturen: Für das Weihachtsfest im Juli durfte auch Santa nicht fehlen.
© picture alliance, dpa, Waltraud Grubitzsch

20. Juli 2021 - 15:14 Uhr

Kein Familienfest an Weihnachten

Für viele fiel das große Festessen mit der gesamten Familie im letzten Jahr Jahr aus. Wegen der hohen Infektionszahlen kam man an den Feiertagen nur im kleinen Kreis zusammen. Familie Sawatzke aus Schkeuditz (Sachsen) wollte das ausgefallene Familienfest nicht einfach so hinnehmen – und zog die Konsequenzen jetzt Monate später.

Weihnachtliche Schlemmerei im Hochsommer: Ente mit Rotkraut und Klößen

Nachdem ihr Corona im vorigen Dezember einen Strich durch die Rechnung machte, hat eine Familie in Nordsachsen ihr großes Weihnachtsessen im Hochsommer nachgeholt. Mit Freunden und Familie tafelten Martina und Dietmar Sawatzke am Sonntagabend in festlich geschmücktem Ambiente. Auf dem Speiseplan stand Barbarie Entenbrust mit Rotkraut und Klößen. 15 leuchtende Weihnachtssterne an der Decke und ein Baum mit 60 Kerzen sorgten im Juli für jene festliche Stimmung, die die Sawatzkes sonst im Dezember so mögen.

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Opa und Oma vermissen die Großfamilie

"Unser letztes Weihnachten war nur ganz klein. Wie überall. Wer ein bisschen vernünftig war, hat es doch so gemacht", sagte Dietmar Sawatzke. Der 70-Jährige ist Vater von drei Kindern und hat sechs Enkel und Enkelinnen. Normalerweise versammele sich Heiligabend "die ganze Truppe" im "Weihnachtszimmer". Den großen Raum hat Sawatzke vor ein paar Jahren in der Tenne seines früheren Bauernhofes eingerichtet. Neben Weihnachten feiert die Familie dort auch Geburtstage und andere Feste. "Da saß ich Silvester alleine mit meiner Frau und hab Fernsehen geguckt. Meine Frau hat immer gesagt: Das war doch diesmal nix. Das müssen wir nachholen!"

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Weiße Weihnacht im Juli

Weihnachten sei für sie schon immer wichtig gewesen, sagt Martina Sawatzke (70). "Das ist ein schönes Familienfest. Uns macht das Spaß. Manche mögen es nicht, aber wir mögen es." Für Dietmar Sawatzke sind vor allem die Rituale wichtig. Er zeigt sein Technik-Schränkchen, das er hinter Tapete versteckt in der Wand eingebaut hat. Dort liegt Heintjes Platte "Weiße Weihnacht" auf dem Schallplattenspieler. "Die gehört immer dazu. Ich weiß gar nicht mehr, woher ich die habe. Das ist ja eine West-Platte", sagte er lachend.

Lese-Tipp: Noch sechs Monate, dann leuchten die Lichter auf dem Weihnachtsbaum wieder hell. Da kann man sich doch auch schon fragen, wie hoch die Chancen auf eine weiße Weihnacht sind? Ob Schnee fällt: Hier die nicht ganz ernst zu nehmenden Prognosen für Weihnachten 2021.

Im Video: Lebkuchen im Sommer - Warum gibt es Weihnachtsgebäck schon im Supermarktregal?

Alicia (8), die jüngste Enkelin der Sawatzkes, findet es "cool", dass Oma und Opa zum Weihnachtsessen im Sommer eingeladen haben. Aber wie groß ist denn der Appetit auf Ente, Rotkraut und Klöße, wenn draußen 25 Grad sind? "Ach", sagt Martina Sawatzke fröhlich, "das kann ich immer essen."

Und auch Lebkuchen, Spekulatius und Co. kommen bald schon wieder in die Supermarkt-Regale. Schon im Spätsommer geht es los mit dem Weihnachtsgebäck. Warum das so ist, erklärt Hermann Bühlbecker, Inhaber der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz, im Video. (dpa, ebr)

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