Zittern stoppen ohne Operation am GehirnUltraschall-Therapie aus Duisburg hilft Patienten bei Tremor: Innovative Behandlung ohne Operation am Gehirn

von Olivia Coppius und Marc Sommer

Eine Tremor-Erkrankung ist eine Bewegungsstörung. Betroffene können oft nicht mal ein Glas Wasser halten. Sie haben meist Hände, Arme und auch andere Körperteile nicht unter Kontrolle. Eine Klinik in Duisburg macht jetzt Hoffnung auf Hilfe mit einer neuen Methode. Dabei geht es um millimetergenaue Arbeit am Gehirn.

Wenn jede Bewegung zur Herausforderung wird

Ein Glas Wasser halten oder eine Tasse Kaffee – für die meisten Menschen selbstverständlich. Für Norbert Weirich aus Mettmann sind genau solche Alltagsaufgaben seit rund 30 Jahren eine große Herausforderung. Der 75-Jährige leidet an einem essenziellen Tremor: einer neurologischen Bewegungsstörung, bei der Hände und Arme unkontrolliert zittern. Medikamente konnten ihm bislang nicht helfen. Jetzt setzt er seine Hoffnung auf eine neue Therapie in den Sana Kliniken Duisburg.

Ultraschall statt Operation

Die Behandlung kommt ganz ohne Öffnung des Schädels aus. Beim sogenannten MRgFUS-Verfahren (Magnetresonanztomographie-gesteuerter fokussierter Ultraschall) wird ein spezieller Helm mit rund tausend Ultraschallstrahlen am Kopf des Patienten befestigt. In der MRT-Röhre bündeln sich die Strahlen millimetergenau auf den kleinen Bereich im Gehirn, der das Zittern verursacht. Dort wird das erkrankte Nervengewebe gezielt ausgeschaltet. Das Verfahren erfordert höchste Präzision, da schon kleinste Abweichungen zu schweren Nebenwirkungen führen könnten.

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Millimeterarbeit im Gehirn

Während der rund dreistündigen Behandlung bleibt Norbert Weirich die ganze Zeit bei Bewusstsein. Nach jedem Ultraschall-Durchgang muss er Linien und Kreise nachzeichnen. So überprüfen die Spezialisten aus Neurologie, Radiologie und Neurochirurgie, ob sie den richtigen Punkt im Gehirn erreicht haben. Erst nach mehreren Testdurchgängen wird die volle Ultraschallleistung eingesetzt. Das Ergebnis zeigt sich sofort: Das Zittern lässt deutlich nach und die Zeichnungen werden sichtbar präziser.

Große Erleichterung und neue Lebensqualität

Nach der erfolgreichen Behandlung ist die rechte Hand des 75-Jährigen deutlich ruhiger. Für Norbert Weirich bedeutet das vor allem eines: ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen. Besonders freut er sich darauf, seine Frau nach mehr als 50 gemeinsamen Ehejahren wieder ohne starkes Zittern umarmen zu können. Nun hofft er, dass seine Krankenkasse die Behandlungskosten von rund 4.000 Euro übernimmt. In einigen Monaten soll dann auch seine linke Hand auf die gleiche Weise behandelt werden.