Liberale starten WahlkampfFDP will mehr verkaufsoffene Sonntage – Innenstädte sollen attraktiver werden
Sonntags shoppen gehen? Dafür fahren viele noch aus Nordrhein-Westfalen in die Niederlande. Wenn es nach der NRW-FDP geht, könnte das aber schon bald nicht mehr nötig sein. Mit dem Thema gehen die Liberalen jetzt in den Wahlkampfmodus, denn 2027 ist in NRW-Landtagswahl.
Shoppen auch sonntags – was plant die FDP?
Schnäppchen statt Schließen und volle Tüten statt verriegelter Türen. Nur eines von vielen Vorhaben der FDP. Parteivorsitzender Wolfgang Kubicki (FDP) und NRW-Chef Henning Höne (FDP) machen sich für mehr verkaufsoffene Sonntage stark. Am Dienstag (07.07.) traten sie bei einem Pressestatement in Düsseldorf zusammen auf. Kioske sollen ebenfalls länger öffnen dürfen. Darüber diskutiert auch die Bundesregierung. Doch Ladenöffnungen sind Ländersache, so Kubicki. Er will die Innenstädte so wieder attraktiver machen und den Geschäften mehr Freiheiten geben. Außerdem betonte er: Polizisten und Feuerwehrleute beispielsweise arbeiten ohnehin längst sonntags. Doch es gibt Gegenwind von der NRW-SPD. Alexander Vogt meint, die Probleme des Einzelhandels lassen sich so nicht lösen, denn Hauptkonkurrent bleibe der Online-Handel. Der stellvertretende NRW-Fraktionsvorsitzende ist stattdessen für kostenlose Parkplätze in den Innenstädten, um das Shopping-Erlebnis attraktiver zu machen.
Wahhlkampf hat bereits begonnen
Für die FDP geht es aber noch um viel mehr. Sie fordert zum Beispiel: Lohnnebenkosten senken, Bürokratie abbauen und Energiesteuer runter. Das sind ein paar ihrer Eckpunkte für eine starke Wirtschaft. Außerdem stellen die Liberalen ihre sogenannte Freiheitsagenda vor. Henning Höne will, dass die Bürger wieder mehr selbst entscheiden dürfen und der Staat weniger. Politikwissenschaftler Norbert Kersting sieht in dem Auftritt der beiden Parteigrößen auch den Startschuss für den Wahlkampf. Im April 2027 ist NRW-Landtagswahl. Wolfgang Kubicki soll Henning Höne, der zuerst selbst Bundesparteichef werden wollte, unterstützen. Dann hat der 39-Jährige seine Kandidatur aber zurückgezogen, um einen Machtkampf in der Partei zu verhindern. Das Ganze könnte aber auch Taktik gewesen sein, um im Gespräch zu bleiben, betont Kersting. In Umfragen liegt die FDP bei fünf Prozent. Verfehlt sie die entscheidende Hürde, drohen den Liberalen nicht nur geschlossene Türen von Geschäften, sondern auch beim Landtag.

































