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Vegane Hundeernährung: Warum Hundeprofi Martin Rütter seine Meinung geändert hat

Studie zu Ernährungsweisen von Hunden

Vegane Hundeernährung: Warum Hundeprofi Martin Rütter seine Meinung geändert hat

Martin Rütter Foto: RTL / Alex Stiebritz
Martin Rütter Foto: RTL / Alex Stiebritz
RTL / Alex Stiebritz, RTL

Hunde ausschließlich vegan ernähren - ja oder nein? Lange war der Standpunkt von Martin Rütter eindeutig: Er hielt es schlichtweg für "völlig bescheuert". Doch Klimawandel, Massentierhaltung und eine jüngst erschienene Studie zur Hunde-Gesundheit bei verschiedenen Ernährungsweisen haben einen Meinungswandel bei ihm ausgelöst. Das erzählte er in einer neuen Folge seines Audionow-Podcasts "Tierisch menschlich".

Für Rütter wird das Thema immer wichtiger

Vegane Ernährung von Hunden? Dem stand Hundeprofi Martin Rütter lange Zeit sehr kritisch gegenüber: „Ich habe mich ja sehr laut und sehr vehement über vegane Ernährung bei Hunden lustig gemacht“, erzählt er in seinem beliebten Podcast. Fleisch und Allesfresser vegan zu ernähren, schien ihm „völlig bescheuert“. Doch mittlerweile beschäftigt sich der Experte sehr ernsthaft mit insektenbasiertem Hundefutter und veganer Ernährung. Denn: Er findet es schon länger „wichtig, das Thema anzugehen“.

Neue Studie zeigt: Vegan ernährte Hunde gesünder

Eine neue Studie von Forschern der University of Winchester in Großbritannien und der australischen Griffith University gibt der Auseinandersetzung mit diesem Thema neues Futter. Denn in einer Umfrage unter den Betreuern von mehr als 2.500 Hunden wurden die Zusammenhänge zwischen der Ernährung von Hunden und deren Gesundheitszustand untersucht. Resultat: Eine ernährungsphysiologisch einwandfreie vegane Ernährung könnte gesünder und weniger gefährlich sein als eine konventionelle oder auf rohem Fleisch basierende Ernährung - das sogenannte Barfen.

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Auch bei veganer Ernährung: Hund muss schlingen können

Ob ein vegan ernährter Hund gesünder sei, könne er selbst nicht beurteilen, erklärt Rütter zwar im Podcast. Denn für ihn müssen die Inhaltsstoffe in veganem Hundefutter idealerweise „wissenschaftlich ausgetüftelt“ sein. Nicht nur müssen wichtige Inhaltsstoffe aus Fleisch ersetzt werden, der Hund müsse auch "schlingen können", er müsse Spaß an dem Futter und seinem Konsum haben. Das Gleiche gilt für den Menschen: Er muss den Eindruck haben, dass sein Hund richtig Spaß an der Nahrung habe.

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Artgerechte Haltung bei Haustieren nicht möglich

Dass der Hunde-Experte eine vegane Ernährung für sinnvoll hält, hat vor allem zwei Gründe: Wer sich zum einen mit dem Thema „Klima“ und zum anderen mit dem Phänomen „Massentierhaltung“ beschäftige, für den mache eine rein pflanzliche Ernährung durchaus Sinn. „Indem ich selbst einen Hund halte, fördere ich auch gleichzeitig die Produktion von Massentierhaltung. Denn in der Regel stammt dieses konventionelle Futter aus einer Massentierhaltung, und dadurch wird Leid gefördert“, sagt er im Podcast.

Widerspricht das nicht im Wunsch, einen Hund artgerecht zu halten? Nein, sagt Rütter, um einen Hund artgerecht zu halten, müsste man ihn im Grunde genommen ja frei rennen lassen: "Er soll drei Rehe jagen, soll den Nachbarhund angreifen und ein eigenes Rudel haben“. Deshalb folgert er: „Wir können einen Hund gar nicht artgerecht halten.“ (ija)