Urteil in Göttingen

Sven H. tötete seine Mutter und betonierte die Leiche ein

28. Juni 2019 - 19:17 Uhr

13 Jahre Haft für Sven H.

Im September 2017 zertrümmerte er seiner Mutter den Schädel mit einem Schürhaken, dann betonierte er die Leiche ein: Das Landgericht Göttingen hat einen Mann aus Herzberg am Harz, Sven H., zu 13 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Das Gericht geht davon aus, dass der 48-Jährige sich mit seiner Mutter gestritten hat und sie dann totschlug. Wie Sven H. auf das Urteil reagierte, erklärt sein Anwalt im Video.

Vermutlich ging es um Geld

Worum es in dem Streit zwischen Mutter und Sohn ging, lässt sich im Nachhinein nicht mehr genau klären, denn Sven H. schweigt. Möglicherweise ging es um Geld oder um die Unterbringung des Pflegebedürftigen Vaters. Der 48-Jährige studierte nach seinem Abitur fünf Jahre lang Jura. Einen Abschluss machte er aber nie. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens auf Kosten seiner Eltern oder ließ sich von Frauen finanziell unterstützen.

Er arbeitete in verschiedenen Jobs und wurde wegen mehrerer Betrügereien vorbestraft. Im Sommer 2017 hatte er keine eigenen Einkünfte mehr und hob mehrfach Geld vom Konto seiner Eltern ab. Seine Mutter soll sich daraufhin geweigert haben, ihn weiter zu unterstützen. Etwa zur gleichen Zeit brachte der Sohn seinen dementen Vater außerdem eigenmächtig in einem Pflegeheim unter. Deswegen soll es im September 2017 zum Streit zwischen Sven H. und seiner Mutter gekommen sein.

Sven H. behauptet, dementer Vater sei der Täter

Was dann passierte, konnte das Gericht nur anhand von Indizien rekonstruieren. Denn Sven H. bestreitet, seine Mutter getötet zu haben. Er behauptet, sein Vater habe sie erschlagen. Das Gericht geht allerdings davon aus, dass es der Sohn war, der der 74-Jährigen den Schürhaken über den Kopf zog.

Dann wollte der Mann die Leiche verschwinden lassen. "Der Angeklagte soll mehrere Versteck-Möglichkeiten erwogen haben", erklärte Victoria Paulin, Pressesprecherin des Landgerichts. Er entschied sich am Ende dafür, die tote Mutter in einem großen Blumenkasten einzubetonieren. Dort spürte ein Polizeihund die Leiche im Frühling 2018 auf. Kurze Zeit später wurde der Sohn in Schweden festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

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Ob Sven H. Revision einlegt, ist noch unklar

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes aus Habgier gefordert. Der Richter verurteilte Sven H. aber nur wegen Totschlags. "Die Tat war nicht von langer Hand geplant", so der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des Angeklagten, Olaf Wiesemann, hatte auf Freispruch plädiert. Er erklärte nach dem Prozess, dass er jetzt in Ruhe zusammen mit seinem Mandanten überlegen wolle, ob Sven H. in Revision gehen will.