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Ungeimpfter Niko Rosberg: „Habe Monster-Antikörper“ – doch kann das sein? Arzt schätzt ein

So aussagekräftig ist der Antikörpertiter wirklich

Ungeimpfter Niko Rosberg: „Habe Monster-Antikörper“ – doch kann das sein? Arzt schätzt ein

Nico Rosberg
Nico Rosberg will sich nicht impfen lassen, weil er noch genügend Antikörper habe. Der Formel-1 reicht das jedoch nicht aus und verbannt Rosberg deshalb aus dem Fahrerlager.
dpa, Valdrin Xhemaj

von Jessica Bürger

Corona-Debatte bei der Formel 1. Der frühere Mercedes-Pilot Nico Rosberg darf nicht mit ins Fahrerlager, weil er zwar genesen, aber nicht gegen Corona geimpft ist. Laut Rosberg sei das auch nicht nötig, denn seit seiner Erkrankung habe er „Monster-Antikörper“. Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht hat diese Aussage für uns eingeordnet.

Viele Antikörper sagen nichts über den Immunschutz aus

Gegenüber Sport 1 berichtete Rosberg: „Ich habe eine Corona-Erkrankung gut überstanden und dementsprechend Monster-Antikörper in mir. Außerdem lasse ich mich regelmäßig auf meine Antikörper testen.“ Doch kann das wirklich sein? Medizinjournalist und Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht sagt ganz klar: „Ja!“ Womöglich meine er mit seinen „Monster-Antikörpern“ einfach nur, dass er ganz viele Antikörper besitze, aber das könne gut möglich sein, auch wenn die Infektion schon etwas zurückliege, so Specht im RTL-Interview.

Das Problem aus seiner Sicht ist jedoch ein ganz anderes. „Keiner kann gerade genau sagen, wie hoch der Antikörpertiter sein muss, dass man tatsächlich gut geschützt ist.“ Die Erkenntnisse seien dahingehend noch nicht ausreichend. Abgesehen davon, dass die Antikörper nur ein Teil der Immunabwehr bei dem Coronavirus ausmachen. Da seien zum Beispiel noch die T-Zellen, die jedoch mit der Antikörpermessung gar nicht erfasst werden.

Lese-Tipp: Wie gut sind wir nach der Impfung geschützt? Der große Antikörper-Test

Oder andersherum – selbst wenn Rosberg nur eine geringe Anzahl an Antikörper hätte, hieße das nicht, dass er nicht geschützt sei. „Wir haben nie alle Antikörper aller Erkrankungen im Blut“, erklärt Specht. Dafür gebe es schließlich die B-Zellen, die sogenannten Gedächtniszellen, die bei einer erneuten Berührung mit einer Krankheit deren Ausbruch verhindern können. „Was wir aber wissen“, sagt der Mediziner, „ist, dass eine durchgestandene Infektion plus eine Impfung den besten Schutz gewährleisten können.“ Es wäre vermutlich gar kein Problem, wenn Rosberg sich impfen ließe, aber das sei seine eigene Entscheidung.

Wann genau Rosberg sich mit Corona infizierte, ist bisher nicht bekannt.

LeseTipp: Infektion oder Impfung? Das bildet mehr Antikörper!

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