Martin Rütter befürwortet das Hausmittel

Sollte man seinen Hund an Silvester mit Eierlikör beruhigen?

31. Dezember 2019 - 12:08 Uhr

Umstrittener Tipp für Hunde, die panische Silvester-Angst haben

Während manche Menschen sich auf den Jahreswechsel freuen und ihn auch gerne mit einem großen Knall zelebrieren, graut es vielen Haustierbesitzern jetzt schon vor Silvester. Denn viele Hunde, Katzen und andere flauschigen Mitbewohner können sich das Feuerwerk, den damit verbundenen Lärm, die Lichter und den Geruch so gar nicht erklären und reagieren panisch. Für Hunde, die besonders extreme Angst vor Böllern und Raketen haben, hat Hunde-Profi Martin Rütter einen umstrittenen Tipp: dem Hund einfach ein Pinnchen Eierlikör geben!

Mehr zu diesem kleinen, aber wirksamen Trick und ein paar weitere Tipps, mit denen Sie Ihrem Hund an Silvester die Angst nehmen, verrät Martin Rütter im Video.

Ist Alkohol nicht gefährlich für Hunde – auch in kleiner Dosis?

Viele Hundebesitzer, aber auch Tierärzte und die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie (GTVMT), dürften bei dem Rat, dem Hund eine kleine Menge Eierlikör zu verabreichen, auf die Barrikaden gehen. Schließlich ist Alkohol gefährlich und gesundheitsschädigend.

Allerdings stellt Rütter deutllich klar: Es geht hier nicht darum, dem Hund flaschenweise Hochprozentiges einzuflößen! Der Hunde-Profi schwört – wie auch der Tierarzt Ralph Rückert, der den Einsatz von Eierlikör bei silvesterpanischen Hunden in einem langen Blog-Beitrag verteidigt – auf eine kleine Menge Alkohol, durch die Hunden schnell und pragmatisch die gröbste Angst genommen werden kann. Natürlich sollte man dabei auf die richtige Dosis achten!

Wie viel Eierlikör darf man seinem Hund geben?

Rückert gibt in seinem Blog-Beitrag eine Formel zur Dosierungsempfehlung ab – natürlich ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung:

Gewicht des Hundes bis 25 kg: Körpergewicht in kg x 0,4 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Gewicht des Hundes von 26 kg bis 50 kg: Körpergewicht in kg x 0,3 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Gewicht des Hundes ab 50 kg: Körpergewicht in kg x 0,2 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Die Gesamtmenge soll laut Tierarzt Rückert in zwei bis drei kleinere Portionen aufgeteilt werden, die im Abstand von zwei Stunden und zum letzten Mal um 23:30 Uhr (also kurz vor dem Knallerei-Höhepunkt) verabreicht werden sollten.

Daraus ergebe sich zum Beispiel folgende Berechnung: "Ein 15 kg schwerer Hund bekommt einen 20%igen Eierlikör nach folgender Empfehlung: 15 (Körpergewicht) x 0,4 x 100 / 20 (Alkoholanteil des Eierlikörs) = 30 ml Eierlikör. Davon einen Esslöffel (ca. 15 ml) um 21.30 Uhr und einen weiteren um 23.30 Uhr.

Wie kann man seinem Hund noch helfen?

Wenn Ihnen trotzdem bei dem Gedanken mulmig ist, Ihrem Hund Alkohol zu verabreichen, verrät Martin Rütter im Video weitere Tipps, wie Sie ihm helfen können. Insbesondere bei sehr panischen Hunden kann auch eine medikamentöse Behandlung helfen, die Sie natürlich mit Ihrem Tierarzt besprechen sollten.

Für Katzen gilt der Tipp mit dem Alkohol übrigens nicht. Während Hunde von einem Schlückchen Eierlikör eher müde und gelassener werden, neigen Miezen laut Rückert eher zu "paradoxen Reaktionen". Katzen helfen Sie am besten, indem Sie einen dunklen und sicheren Rückzugsort haben. Ein Pheromon-Verdampfer für die Steckdose* könne ebenfalls helfen.

Am besten wäre es für panische Vierbeiner natürlich, wenn immer mehr Menschen auf das Silvester-Feuerwerk verzichten. Da sprechen auch Umweltschutzgründe für! Deshalb ist in vielen Städten inzwischen privates Böllern ganz oder teilweise verboten. Außerdem verzichten immer mehr Supermärkte und Baumärkte auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern.

Laut einer aktuellen Umfrage planen trotz der negativen Folgen für Tiere und Umwelt noch immer rund ein Viertel der Deutschen, an Silvester ordentlich zu böllern.

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