Martin Rütter empfiehlt das HausmittelHund an Silvester mit Eierlikör beruhigen? Die richtige Dosierung laut Tierarzt

An Silvester gibt’s nen Schnaps – auch für Fifi?
Das Jahr 2026 dürfte vielerorts im gewohnten Umfang mit Böllern und Feuerwerk eingeläutet werden. Doch vielen Haustierbesitzern graut es vor den Raketen. Denn Hunde, Katzen und andere flauschigen Mitbewohner können sich das Feuerwerk, den damit verbundenen Lärm, die Lichter und den Geruch nicht erklären und reagieren panisch. Hunde-Profi Martin Rütter hat für Hundebesitzer einen umstrittenen Tipp: dem Tier ein Pinnchen Eierlikör zur Beruhigung geben! Warum er dazu steht, erklärt Martin Rütter im Video.

Eierlikör soll Hunde laut Rütter an Silvester beruhigen – aber ist das nicht gefährlich?

Viele Hundebesitzer, aber auch Tierärzte und die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie (GTVMT), dürften bei dem Rat, dem Hund eine kleine Menge Eierlikör zu verabreichen, auf die Barrikaden gehen. Schließlich ist Alkohol gefährlich und gesundheitsschädigend und sollte demnach nicht als Beruhigungsmittel für Tiere eingesetzt werden.

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Hunde-Profi Martin Rütter befürwortet dennoch etwas Eierlikör für beunruhigte Hunde an Silvester. Allerdings stellt Rütter dabei deutlich klar: Es geht hier nicht darum, dem Hund flaschenweise Hochprozentiges einzuflößen.

Der Hunde-Profi schwört – wie auch der Tierarzt Ralph Rückert, der den Einsatz von Eierlikör bei silvesterpanischen Hunden in einem langen Blog-Beitrag verteidigt – auf eine kleine Menge Alkohol, durch die Hunden schnell und pragmatisch die gröbste Angst genommen werden kann. Natürlich sollte man dabei auf die richtige Dosis achten!

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Dosierung nach Tierarzt Rückert: Wie viel Eierlikör dem Hund geben?

Rückert gibt in seinem Blog-Beitrag eine Formel zur Dosierungsempfehlung ab – natürlich ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung:

  • Gewicht des Hundes bis 25 kg: Körpergewicht in kg x 0,4 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

  • Gewicht des Hundes von 26 kg bis 50 kg: Körpergewicht in kg x 0,3 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

  • Gewicht des Hundes ab 50 kg: Körpergewicht in kg x 0,2 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Die Gesamtmenge soll laut Tierarzt Rückert in zwei bis drei kleinere Portionen aufgeteilt werden, die im Abstand von zwei Stunden und zum letzten Mal um 23:30 Uhr (also kurz vor dem Knallerei-Höhepunkt) verabreicht werden sollten.

Daraus ergebe sich zum Beispiel folgende Berechnung: Ein 15 kg schwerer Hund bekommt einen 20%igen Eierlikör nach folgender Empfehlung: 15 (Körpergewicht) x 0,4 x 100 / 20 (Alkoholanteil des Eierlikörs) = 30 ml Eierlikör. Davon einen Esslöffel (ca. 15 ml) um 21.30 Uhr und einen weiteren um 23.30 Uhr.

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Hund an Silvester beruhigen: Welche Alternativen gibt es zum Eierlikör?

Wenn euch trotzdem (möglicherweise auch zurecht) bei dem Gedanken mulmig ist, eurem Hund Alkohol zu verabreichen, verrät Martin Rütter im Video weitere Tipps, wie ihr ihm helfen können. Insbesondere bei sehr panischen Hunden kann auch eine medikamentöse Behandlung helfen. Die solltet ihr natürlich mit eurem Tierarzt besprechen.

Weitere Alternativen, mit denen ihr euren Hund an Silvester etwas beruhigen könnt:

  • Sicheren Rückzugsort für euren Vierbeiner schaffen: Ein etwas leiserer, abgedunkelter und gemütlich eingerichteter Platz im Haus bietet eurem Hund Sicherheit bei all dem Trubel und der lauten Böllerei.

  • Desensibilisierung: Wer seinen Hund bereits im Vorfeld mit der Lautstärke und den Geräuschen von Böllern und Feuerwerk konfrontiert (zum Beispiel durch Videos oder Audio-Aufnahmen), kann seinen Liebling desensibilisieren. Hier ist aber ein langsames und geduldiges Vorgehen gefragt – also längerfristiges Training!

  • Auf Ablenkung setzen: Ein neues Spielzeug, welches die Aufmerksamkeit eures Hundes vom Silvester-Feuerwerk weglenkt, oder auch ein verführerischer Kauknochen können eine sinnvolle Alternative zu Beruhigungsmitteln sein.

  • Seid für euren Hund da: Ihr merkt, dass sich euer Hund dank der lauten Böllerei oder dem Licht, welches immer wieder vor dem Fenster aufblitzt, unwohl fühlt? Dann solltet ihr euch mit eurem Vierbeiner beschäftigen. Ein paar Streicheleinheiten, liebevolle und beruhigende Worte oder auch eine kurze Spiele-Session – all diese Kleinigkeiten bewirken oft große Wunder.

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Für Katzen gilt der Tipp mit dem Alkohol übrigens nicht. Während Hunde von einem Schlückchen Eierlikör eher müde und gelassener werden, neigen Miezen laut Rückert eher zu „paradoxen Reaktionen“. Katzen helft ihr am besten, indem ihr einen dunklen und sicheren Rückzugsort schafft. Ein Pheromon-Verdampfer für die Steckdose könne ebenfalls helfen.

Verwendete Quellen: Hundeprofi Martin Rütter, Tierarzt Ralph Rückert