RTL News>News>

Ukraine-Konflikt: Putin und Scholz senden leise Hoffnung - "verdammte Pflicht", Krieg zu verhindern

Bundeskanzler verhandelt in Moskau

Ukraine-Konflikt: Putin und Scholz senden leise Hoffnung - "verdammte Pflicht", Krieg zu verhindern

Dreistündiges Vier-Augen-Gespräch von Scholz und Putin Die Ukraine-Krise
02:16 min
Die Ukraine-Krise
Dreistündiges Vier-Augen-Gespräch von Scholz und Putin

30 weitere Videos

Marschiert Russland in der Ukraine ein oder bleibt es beim Säbelrasseln? Diese Frage treibt Europa um. Fast zwei Drittel der Deutschen machen sich laut einer RTL-Forsa-Umfrage Sorgen wegen der Ukraine-Krise. Einer der Gründe, warum der Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz von so großer Bedeutung ist. Erste Ergebnisse der Gespräche mit Russlands Präsident Putin lassen zumindest hoffen.

Lese-Tipp: Alle Entwicklungen im Ukraine-Konflikt lesen Sie auch in unserem Live-Ticker.

Scholz: Lage in Ukraine-Krise nicht aussichtslos - Putin: Krieg? Sicher nicht!

Es sind Worte, die zumindest viele hoffen lassen: Präsident Wladimir Putin distanziert sich vom Krieg. Auf die Frage einer Journalistin, ob der russische Staatschef eine militärische Auseinandersetzung wolle, antwortete er: „Ob wir das wollen oder nicht, sicherlich nicht!“ Auch deshalb habe Russland eine Debatte um die Sicherheit in Europa angestoßen, sagte Putin. Moskau sei weiter bereit, mit der Nato und mit den USA über Sicherheitsgarantien zu verhandeln.

Ob er seinen Worten aber auch Taten folgen lässt, ist bislang unklar. Immerhin: Wie am Morgen bekannt wurde, zieht Russland zumindest teilweise seine Truppen von der ukrainischen Grenze ab.

Lese-Tipp: Was bedeutet ein Ukraine-Krieg für Deutschland?

Putin: Krieg? Sicherlich nicht!“

Scholz: Lage in Ukraine-Krise nicht aussichtslos Bundeskanzler verhandelt in Moskau
01:03 min
Bundeskanzler verhandelt in Moskau
Scholz: Lage in Ukraine-Krise nicht aussichtslos

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Experte: Truppenabzug ist Finte

Der ehemalige General der Bundeswehr und heutige Sicherheitsexperte Erich Vad sieht darin im ntv-Interview aber nur eine Finte: “Die Kriegsgefahr ist sehr groß. Putin kann jetzt nicht einfach nach Hause gehen. Das wäre ein enormer Gesichtsverlust.“

Der Truppenabzug sei im Gegenteil eher ein Zeichen FÜR einen drohenden Krieg, weil man das aus der Geschichte der Kriege kenne. „Da müssen wir wirklich aufpassen, dass man da keinen Fehler macht“, so Vad.

Trotzdem hält auch er eine diplomatische Lösung nicht für ausgeschlossen. „Wir reden schon über Rüstungskontrollmaßnahmen, wir reden über vertrauensbildende Maßnahmen.“ All das seien Erfolge für Putin. Und schließlich wolle Putin ja auch genau das: Wieder Gehör auf der Welt finden.

Lese-Tipp: Ausgerechnet zu Scholz Besuch: Nawalnys darf seine Frau küssen

Scholz: "Es ist unsere verdammte Pflicht", einen Krieg zu verhindern

Dieses Gehör bekommt er – am Dienstag von Bundeskanzler Olaf Scholz und offenbar auch umgekehrt. Denn mit vier Stunden inklusive gemeinsamem Mittagessen hat Putin dem deutschen Kanzler einige Zeit geschenkt.

Und diese Zeit ist offenbar von Erfolg gekrönt. Scholz sieht in den letzten Entwicklungen ein positives Zeichen. „So schwierig und ernst die derzeitige Lage auch scheint - ich weigere mich, sie als aussichtslos zu beschreiben“, sagte Scholz nach dem Treffen mit Putin in Moskau. Allen Europäern und der Nato sei klar, dass nachhaltige Sicherheit nicht gegen Russland, sondern nur mit Russland erreicht werden könne.

„Von allen ist jetzt mutiges und verantwortungsbewusstes Handeln gefragt“, betonte Scholz. „Es ist unsere verdammte Pflicht und Aufgabe, als Staats- und Regierungschefs zu verhindern, dass es in Europa zu einer kriegerischen Eskalation kommt.

Klitschko mahnt zur Zurückhaltung

Ex-Box-Weltmeister Wladimir Klitschko ist mit seiner Freude über den Abzug russischer Truppen noch vorsichtig. Russland sei ein Meister der Vernebelung.

Klitschko mahnt zur Zurückhaltung Exklusiv-Interview zur Ukraine-Krise
01:46 min
Exklusiv-Interview zur Ukraine-Krise
Klitschko mahnt zur Zurückhaltung

30 weitere Videos

Putin fordert Einhaltung des Minsker Friedensplans

Um diese Eskalation zu verhindern, wollen sowohl Scholz als auch Putin an den Verhandlungstisch zurückkehren. Moskau sei weiter bereit, mit der NATO und mit den USA über Sicherheitsgarantien zu verhandeln, sagte Putin.

Zugleich forderte er den Westen aber auf, auf die Führung in Kiew Druck auszuüben, damit diese den Friedensplan von Minsk für die Ostukraine umsetzt. Dieser sieht vor, dass die umstrittenen Provinzen Donezk und Luhansk autonome Regionen mit eigenem Regionalparlament werden. Außerdem sollten alle schweren Waffen abgezogen werden.

Putin hatte zuletzt mehrfach auch vor einer Aufnahme der Ukraine in die Nato gewarnt, weil damit ein Krieg drohe - etwa wenn Kiew sich die von Russland 2014 einverleibte Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit militärischer Gewalt zurückholen wolle. Außerdem will er eine Garantie, dass die Ukraine nicht in die NATO aufgenommen wird.

RTL-Experte Emmerich: Wichtiges Zeichen

Zwar liegt da noch einiges im Argen, aber das wichtigste Zeichen sei, dass man verhandlungsbereit sei, sagt auch RTL-Russlandexperte Dirk Emmerich: „Das kann man für den Moment nicht hoch genug einschätzen.“ Die Kuh sei zwar noch nicht vom gänzlich vom Eis, so Emmerich, aber es sei ein Weg eröffnet worden, wie eine Deeskalation funktionieren kann. (sst)

"Kuh noch nicht vom Eis, aber wichtiges Zeichen" RTL-Experte Emmerich
05:58 min
RTL-Experte Emmerich
"Kuh noch nicht vom Eis, aber wichtiges Zeichen"

30 weitere Videos

Politik & Wirtschaftsnews, Service und Interviews finden Sie hier in der Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

Spannende Dokus und mehr

Sie lieben spannende Dokumentationen und Hintergrund-Reportagen? Dann sind Sie bei RTL+ genau richtig: Ob zu Angela Merkel , zu Corona oder zu den Hintergründen zum Anschlag vom Breitscheidplatz – bei RTL+ finden Sie die richtige Reportage für Sie