Haben sie sich aus dem Knast freigekauft?

Tödlicher Bootsunfall auf Gardasee: Deutsche zahlen Millionen-Entschädigung

Tödlicher Bootsunfall auf Gardasee
Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Foto: Gabriele Strada/AP/dpa/Archiv
deutsche presse agentur

Prozess um Gardasee-Bootsdrama: "Wir haben eine gute Übereinkunft erzielt"

Haben sich die beiden Deutschen, die auf dem Gardasee bei einem Bootsunfall ein Paar getötet haben, mit einer hohen Entschädigung ein mildes Urteil erkauft? Rund viereinhalb Monate nach dem tödlichen Motorboot-Unfall vom Gardasee haben sich Hinterbliebene der beiden Opfer mit den beiden mutmaßlichen Totrasern nach Anwaltsangaben auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Raimondo Dal Dosso, der Rechtsanwalt eines der im Juni getöteten Italiener, sagte: "Wir haben eine gute Übereinkunft erzielt."

Deutsche Totraser wollen nächtlichen Unfall auf dem Gardasee nicht bemerkt haben

Eine Summe nannte er nicht. Diese wird vermutlich erst zum Prozessauftakt am Mittwoch in Brescia bekannt. Zuletzt war in italienischen Medien von einer Forderung von neun Millionen Euro die Rede.

Die beiden Männer aus München hatten den Ermittlungen zufolge in der Nacht von 19. auf 20. Juni mit ihrem Motorboot auf dem Gardasee den kleinen Kahn des italienischen Paares gerammt. Der 37 Jahre alte Umberto G. starb auf der Stelle, seine 25 Jahre alte Begleiterin Greta N. wurde vom Boot geschleudert und ertrank.

Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie das Boot mit hoher Geschwindigkeit regelrecht über das Holzboot springt. Die Deutschen behaupteten, den Unfall nicht bemerkt zu haben.

Video: Liebespaar bei Bootsunfall auf dem Gardasee getötet

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Der Mann, der am Steuer des Sportbootes gewesen sein soll, stellte sich Anfang Juli den Behörden in Italien und kam in Haft. Inzwischen ist er im Hausarrest. Er solle bei der ersten Anhörung am Mittwoch, die vor allem organisatorische Fragen behandelt und noch ohne Aussagen oder Zeugenbefragungen geplant ist, im Gerichtssaal anwesend sein, sagten seine Anwälte. Der zweite Angeklagte wird nicht in Italien erwartet.

Durch die Entschädigungszahlungen würden die Familien der zwei Opfer nicht mehr als Nebenkläger in dem Prozess auftreten, sagte Anwalt Dal Dosso. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Deutschen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Auf Antrag der Anklage steigt der Prozess sofort in die Hauptverhandlung ein. Das deutet darauf hin, dass die Beweislage klar ist. Ein Urteil könnte schnell fallen. (uvo/ dpa)