Paar stirbt nach Crash

Bootskollision auf Gardasee: Waren die tatverdächtigen Deutschen betrunken?

Italienische Forensiker begutachten den Schaden am Boot.
Italienische Forensiker begutachten den Schaden am Boot.
© dpa, Gabriele Strada, pda pat

12. November 2021 - 21:45 Uhr

Motorboot rammte Holzboot auf Gardasee

Ein Motorboot rammt am Samstag auf dem Gardasee das Holzboot eines italienischen Liebespaares und braust davon. Umberto G. (37) und Greta N. (25), die im Holzboot saßen, sterben. Die Verursacher des Unfalls – zwei Deutsche – könnten zur Zeit des Unglücks betrunken gewesen sein. Das erklärten Bewohner der Gemeinde Salò gegenüber der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Männer sollen durch Ort getorkelt sein

Die Augenzeugen berichteten demnach, dass sich die Männer das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal angeschaut haben. Sie sollen schon vor dem Spiel betrunken durch den Ort spaziert sein.

Der Unfall ereignete sich gegen 23:30 Uhr – laut Rekonstruktion der Ermittler fuhren die Deutschen ihr Motorboot dann zum Ankerplatz im renommierten "Centro Nautico Arcangeli". Einer von ihnen soll schon seit 15 Jahren an den Gardasee kommen. Bei ihrer Rückkehr nach dem Crash seien die zwei so betrunken gewesen, dass sich einer der beiden auf dem Weg zum Hotel übergeben musste, erklärte ein Augenzeuge.

Bootsunfall auf Gardasee: Tatverdächtige zurück in Deutschland

Umberto G. und Greta N.
Umberto G. und Greta N. wollten einen romantischen Bootsausflug auf den Gardasee unternehmen, doch sie wurden von einem Motorboot totgefahren.
© Facebook/Umberto G./Greta N.

"Wir haben nichts bemerkt", sagten sie laut "La Repubblica" am nächsten Morgen, als die Polizei sie zum Unfall befragte. Den beiden Deutschen wurde für einen Alkoholtest eine Blutprobe entnommen. Laut der Nachrichtenagentur Ansa mussten sie auch einen Drogentest machen.

Nach Angaben ihres Anwalts sind die tatverdächtigen Deutschen inzwischen zurück in ihrer Heimat. Die Männer seien zu ihren Familien und wegen ihrer Jobs zurückgefahren. Es handle sich aber nicht um eine Flucht, sondern alles folge dem Gesetz, betonte das Büro SC Avvocati Associati.

Die Staatsanwaltschaft von Brescia hat die Ermittlungen übernommen. Heute soll das Ergebnis des Alkoholtests bekannt gegeben werden. Seit dem Unfall wurden die beiden Münchner nicht mehr in Salo gesehen. Es wird vermutet, dass sie bereits nach Deutschland zurückgekehrt sind.
(bst)