It’s a match!

Tinder für Impfwillige – die App "V-Date" soll ein Date mit der Spritze ausmachen

It's a match - auch beim Impfen!
It's a match - auch beim Impfen!
© dpa, Franziska Kraufmann

14. Juli 2021 - 13:00 Uhr

Kurzer Swipe für einen Impftermin

Im Februar 2021 kam Dr. Roland Korbel das erste Mal auf die Idee, eine Impf-App im Stil von Tinder zu entwickeln. Das Motto damals: "Im Lockdown besser aktiv handeln als passiv warten." Der Zahnarzt wollte liegengebliebene Impfstoffdosen besser verteilen. Die Lösung für dieses Problem lag auf der Hand: eine bessere Vernetzung von Impfzentren, Arztpraxen und den Impfwilligen. Auf dieser Grundlage wurde die App "V-Date" geboren. Sie soll an eine Dating-App erinnern und zusammenbringen, was zusammen gehört – ganz im Stil von Tinder mit einfachen Wischbewegungen.

Impf-Date für jedermann

V-Date ähnelt vom Prinzip her der Tinder-App
V-Date ähnelt vom Prinzip her der Tinder-App.
© Pressebild

"V-Date" steht für "Vaccination-Date", also "Impf-Date". Mögliche impfwillige Nutzer können sich zum Beispiel über ein Facebook- oder Google-Konto in der App anmelden. Impfanbieter dagegen sollen einen eigenen Zugang bekommen. Wenn kurzfristig vorhandene Impfstoffdosen angeboten werden, können Nutzer auf dem Display zustimmen oder ablehnen. Ist ihnen ein Impfzentrum zum Beispiel zu weit entfernt, wischen sie nach links – das Angebot wird abgelehnt. Passen Angebot und Bedarf zusammen, dann wischen sie nach rechts. Ähnlich wie bei Tinder werden nun beide Seiten zusammengebracht, das Angebot wurde angenommen.

Im Nachgang der Annahme wird ein QR-Code erzeugt, den sowohl die App als auch der Impfanbieter speichern. Diesen Code zeigt der Nutzer in der Praxis oder im Impfzentrum vor, daraufhin erhält er die Spritze. Die Hürde für die Vernetzung von Impfwilligen und Impfzentren soll dadurch erheblich niedriger ausfallen, auch sollen kurzfristiger Termine angeboten werden. Nutzer können auf bereits vorhandene Erfahrungen mit Dating-Apps zurückgreifen. Alles in allem wollen die Entwickler also Folgendes erreichen:

  • Impfakzeptanz erhöhen
  • Impfrate erhöhen
  • Abbau des Impfstaus durch nicht genutzte Termine
  • eine zeitgemäße App für die digitale Zukunft

Pilotprojekt soll bald starten

Aktuelles Logo der "V-Date"-App
Aktuelles Logo der "V-Date"-App
© Pressebild

"V-Date" befindet sich noch in der Testphase. Geplant ist ein Pilotprojekt für Berlin und Brandenburg, wann es verfügbar sein wird, steht aber noch nicht fest. Die App soll bei Erfolg deutschlandweit einsatzbereit sein. Bei dem Projekt arbeitet Dr. Korbel unter anderem auch mit seinem Sohn zusammen. Sie stemmen die Entwicklungskosten größtenteils auf eigene Faust, sodass die App später Nutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden kann. Unterstützer und Sponsoren sind aber weiterhin herzlich willkommen. (aku)

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