Zahlen von Tinder, Parship, Bumble und Knuddels

Online-Dating boomt in der Corona-Zeit

Rausgehen können wir aktuell nicht, daher boomen die Online-Flirt-Apps.
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03. Mai 2020 - 16:46 Uhr

Bis zu 30 Prozent mehr Mitglieder dank Corona

Wir bleiben aktuell alle soweit es geht zuhause. Das hat nicht nur Auswirkungen auf unseren bestehenden Freundes- und Bekanntenkreis, sondern schränkt auch die Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen stark ein. Die nahezu einzige Möglichkeit: online! Wir haben daher bei den großen Dating- und Kennenlern-Apps nachgefragt, was die Nutzer gerade besonders suchen.

Deutlich mehr Mitglieder

"Die Anzahl täglicher Nachrichten sind um bis zu 25 % gestiegen im Vergleich zur Vorwoche", so eine Sprecherin von Tinder. "Wir konnten außerdem beobachten, dass sich auch die durchschnittliche Gesprächsdauer im Vergleich zum Februar um 10 - 30 % erhöht hat."

Das heißt, dass mehr Menschen die App nutzen und zudem mehr Zeit mit anderen Nutzern verbringen und auch intensivere Gespräche führen. Außerdem wollen die Macher die Hürde der Entfernung überbrücken und stellen daher ab dieser Woche allen Nutzern kostenlos die Funktion zur Verfügung, mit allen Mitgliedern weltweit in Kontakt zu treten.

Die Tinder-Kolumne unserer Redakteurin können Sie hier nachlesen. 

Tinder bestätigt auf Anfrage von RTL, dass sie allen Nutzern der App empfehlen würden, neue Kontakte vorerst digital zu halten. Das Verständnis dafür sei bei den Nutzern aber schon da. Die beliebtesten Begriffe in der Tinder-Bio der Mitglieder sind aktuell: stay home, be safe, social distancing, wasch deine Hände.

Welche Alternativen jetzt noch bestehen, sich trotzdem intensiver kennenzulernen und gemeinsam Zeit zu verbringen - das haben wir hier zusammengefasst.

Auch beim Kennenlern-Netzwerk Knuddels verzeichnen die Betreiber einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern. "Seit Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Virus-Verbreitung haben sich unsere Registrierungszahlen um 30 % (Tendenz steigend) erhöht. Auch die Zeit, die jedes Mitglied auf unserer Plattform verbringt, ist gestiegen", so Sprecher Christian Nippold.

Gerade jetzt finden wir es besonders wichtig, dass Menschen durch das Internet die Möglichkeit haben, soziale Kontakte zu finden und bestehende zu pflegen. Wie schwierig das Kontaktverbot gerade für Menschen, die alleine leben oder Singles ist, erzählt unser Redakteur Tobias Grimm hier.

Treffen sind nicht möglich, soziale Kontakte aber wichtig

Die Macher der Kennenlern-App Bumble bemerken vor allem einen Anstieg des Nutzerverhaltens. "Insgesamt weisen die Daten auf einen Trend zur verstärkten Nutzung von Bumble durch unsere neuen und bestehenden User und Userinnen hin, insbesondere was unsere Chat-, Video- und Sprachanruf-Funktionen betrifft", erklärt eine Bumble-Sprecherin.

Man sei sich bewusst, dass wir uns aktuell erst in der Anfangsphase der Ausgangsbeschränkungen befänden. "Diese und andere Trends im Nutzerverhalten werden sich weiterentwickeln, da immer mehr Menschen nach Möglichkeiten suchen, Isolation und Einsamkeit zu bekämpfen und eine virtuelle Verbindung herzustellen", erwartet eine Sprecherin.

Wichtig sei aber auch hier, dass sich Nutzer auch weiterhin an die Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot halten.

Ähnlich sieht es auch bei der Dating-App Parship aus. Das Kontaktverbot macht dem Dating einen Strich durch die Rechnung. "Das schränkt natürlich auch die Dating-Möglichkeiten stark ein", erklärt Jana Bogatz von Parship. "Gleichzeitig möchten wir es unseren Mitgliedern auch weiterhin ermöglichen, online in Kontakt zu bleiben oder auch neue Kontakte zu knüpfen – gerade, weil das Offline-Kennenlernen zurzeit so gut wie unmöglich ist."

Viele Apps bieten Videochats an, bei denen man sich zumindest via Video gut unterhalten kann. Das ist gerade beim Kennenlernen vielleicht nicht die beste Möglichkeit, doch es gibt auch Vorteile: Zunächst besteht die Möglichkeit, sich sehr viel intensiver zu unterhalten und kennenzulernen, bevor man sich dann tatsächlich trifft. Zum anderen bleibt eine tolle Kennenlerngeschichte, die man nach der Corona-Zeit dann gut erzählen kann.