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Sipri-Bericht: Weltweite Militärausgaben erreichen neuen Rekordwert

Erstmals mehr als zwei Billionen Dollar für Rüstungszwecke

Weltweite Militärausgaben erreichen neuen Rekordwert

ARCHIV - 11.03.2022, Bayern, Grafenwöhr: Panzer der US-Streitkräfte stehen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Der Standort in der Oberpfalz ist der größte der US-Armee in Europa. (zu dpa «Weltweite Militärausgaben auf neuem Höchstst
Mehr als zwei Billionen Dollar: Weltweite Militärausgaben auf neuem Höchststand
awe kde hjb, dpa, Armin Weigel

Seit Jahren steigen die globalen Militärausgaben. Auch im zweiten Pandemiejahr gibt es einen neuen Rekordwert. Deutschlands Ausgaben gehen aufgrund der Inflation leicht zurück.

Militärausgaben steigen im siebten Jahr in Folge

Die Staaten der Erde haben erstmals in einem Jahr mehr als zwei Billionen Dollar für ihre Militärapparate ausgegeben. Die weltweiten Militärausgaben stiegen im Jahr 2021 auf über zwei Billionen Dollar (umgerechnet rund 1,9 Billionen Euro), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag in einem neuen Bericht mitteilte.

Inflationsbereinigt entsprach das einem Anstieg um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind die Ausgaben im siebten Jahr in Folge gestiegen. „Selbst inmitten der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie haben die weltweiten Militärausgaben Höchststände erreicht“, bilanzierte der Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva.

Militärausgaben weltweit: Deutschland unter den Top 10

Acht europäische Nato-Länder erreichten die Zielmarke des Militärbündnisses, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung zu stecken – das war zwar ein Staat weniger als 2020, aber eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2014, als nur zwei Staaten diese Marke erreicht hatten.

Deutschlands prozentualer Anteil am BIP lag Sipri zufolge 2021 bei 1,3 Prozent. Die deutschen Militärausgaben waren aufgrund der Inflation demnach mit 56 Milliarden Dollar um 1,4 Prozent niedriger als 2020. Damit ist die Bundesrepublik nach wie vor das Land mit den siebtgrößten Militärausgaben weltweit.

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Unangefochtener Spitzenreiter USA

An der unangefochtenen Spitze stehen dabei einmal mehr die Vereinigten Staaten. Die US-Militärausgaben sanken im Jahresvergleich inflationsbereinigt zwar ebenfalls um 1,4 Prozent, waren mit einer Höhe von 801 Milliarden Dollar aber dennoch größer als die der neun weiteren Top-Ten-Staaten zusammen.

Dabei fokussieren sich die USA nach Angaben der Friedensforscher in den vergangenen Jahren vor allem auf die militärische Forschung und Entwicklung. Die US-Regierung habe mehrmals die Notwendigkeit unterstrichen, den technologischen Vorsprung des US-Militärs gegenüber strategischen Konkurrenten aufrechtzuerhalten, unterstrich Sipri-Expertin Alexandra Marksteiner.

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China und Russland rüsten weiter auf

Doch China holt auf: Nach einem abermaligen Zuwachs um 4,7 Prozent schätzen die Friedensforscher die chinesischen Militärausgaben des Jahres 2021 auf 293 Milliarden Dollar. Dahinter folgen mit einigem Abstand diesmal Indien, Großbritannien und Russland.

Apropos Russland: Im Jahr vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine wuchsen die Militärausgaben des Riesenreiches um knapp drei Prozent auf 65,9 Milliarden Dollar, was einem Anteil am russischen Bruttoinlandsprodukt von 4,1 Prozent entsprach. Dabei kamen dem Land von Präsident Wladimir Putin Einnahmen aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen zugute, wie Sipri-Expertin Lucie Béraud-Sudreau erklärte: „Hohe Öl- und Gas-Einnahmen haben Russland geholfen, seine Militärausgaben 2021 zu steigern.“

Sipri-Zahlen weichen traditionell von NATO-Angaben ab

Sipri veröffentlicht jeweils Ende April einen jährlichen Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt. Er gilt als die weltweit umfassendste Datensammlung dieser Art. Die Friedensforscher stützen sich dabei auf offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungshaushalt und auf weitere Quellen und Statistiken – die Zahlen weichen deshalb traditionell von den Angaben der Nato und einzelner Länder ab. Zu den Ausgaben werden auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung gezählt. (dpa)

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