Im Alter von 91 Jahren gestorbenTrauer um Pferdeflüsterer Monty Roberts – sogar Queen Elizabeth II. vertraute ihm

Er war eine Legende in der Welt des Pferdesports.
Der Pferdeflüsterer Monty Roberts ist im Alter von 91 Jahren auf seiner Farm in Kalifornien gestorben. Roberts prägte einen neuen, gewaltfreien Umgang mit Pferden und erlangte weltweit Bekanntheit. Seine Lebensgeschichte führt vom britischen Königshof über die Hollywood-Ikonen James Dean und Elizabeth Taylor bis zu einem Hollywoodfilm, mit dem er anders verbunden war, als viele glauben.
Vom Kinderstuntman zum Lehrer für Generationen
Als Monty Roberts am Samstag (1. August) auf seiner geliebten Anlage „Flag Is Up Farms” im kalifornischen Solvang die Augen für immer schloß, war seine Frau Patricia an seiner Seite, heißt es in einem in Sporting Post veröffentlichtem Nachruf auf den Pferdeflüsterer. Pferde begleiteten den Amerikaner von klein auf. Bereits mit vier Jahren arbeitete er als Kinderstuntman, später gewann er zahlreiche Rodeo-Wettbewerbe. In Nevada half er dabei, wilde Mustangs zusammenzutreiben. Was er dort über Körpersprache und Herdenverhalten lernte, wurde zur Grundlage seiner späteren Arbeit.
Auch Hollywood setzte auf sein Können: Roberts sprang 1943 bei den Dreharbeiten zu „National Velvet“ für die verletzte Elizabeth Taylor ein. James Dean half er beim Reittraining für den Film „Jenseits von Eden”.
Auf seiner offiziellen Website heißt es, er und seine Arbeit hätten den Autoren Nicholas Evans zum Roman „Der Pferdeflüsterer” inspiriert, den Robert Redford später verfilmte. Evans selbst widersprach dieser Darstellung allerdings auf seiner Website. Roberts sei weder das konkrete Vorbild der Romanfigur Tom Booker, noch an seinen Recherchen beteiligt gewesen. Von den körperlichen Trainingsmethoden im Film distanzierte sich Monty Roberts ebenfalls. „Ich würde ein Pferd niemals so anfassen“, sagte er.
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Monty Roberts setzte im Pferdesport auf Vertrauen
Gewalt im Pferdesport lehnte er entschieden ab. Besonders den Einsatz der Peitsche im Rennen kritisierte er scharf. Ein Fluchttier zu schlagen, damit es schneller renne, sei für ihn schlicht falsch. Mit seiner Join-Up-Methode wollte Monty Roberts Pferde nicht durch Zwang, sondern mit Körpersprache, Geduld und freiwilliger Annäherung führen.

Queen Elizabeth II. hatte sich früh für Roberts’ gewaltfreie Trainingsmethode interessiert und ihn 1989 eingeladen, seine Methoden an ihren Pferden vorzuführen. Daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. 2002 besuchte Roberts Windsor Castle zum Goldenen Thronjubiläum. 2011 ernannte ihn die Königin für seine Verdienste um ihren Rennstall zum Mitglied des Royal Victorian Order, berichtet die Racing Post.
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Monty Roberts Verbindung in den deutschen Pferdesport
Wie erfolgreich dieser Ansatz sein konnte, zeigte sich beim deutschen Rennpferd Lomitas. Der Hengst galt 1991 wegen seiner massiven Probleme an der Startbox als kaum kontrollierbar und war zeitweise vom Wettbewerb ausgeschlossen. Nachdem Gestütsbesitzer Walther Jacobs Monty Roberts nach Deutschland geholt hatte, kehrte Lomitas auf die Rennbahn zurück, gewann mehrere bedeutende Rennen und wurde Deutschlands Pferd des Jahres.
Die deutsche Rennpferdetrainerin Ilka Gansera-Leveque erinnert sich in der Racing Post an einen bodenständigen und direkten Menschen: „Für ihn drehte sich alles um das Pferd.“ Über Jahrzehnte gab Monty Roberts sein Wissen und seine Erfahrungen an Millionen Pferdefreunde weltweit weiter – und veränderte mit seiner Überzeugung, dass Vertrauen stärker ist als Zwang, die Pferdewelt für immer.
Verwendete Quellen: Sporting Post, Racing Post, montyroberts.com, nicholasevans.com


