Jessica von Bredow-Werndl über NahtoderfahrungDeutsche Olympia-Heldin war sich „ganz sicher, dass ich jetzt gerade sterbe”

Jessica von Bredow-Werndl aus Deutschland auf ihrem Pferd Dalera.
Jessica von Bredow-Werndl spricht ganz offen über eine Nahtoderfahrung. (Archivbild)
dpa

Sie war schon bewusstlos!
Vier olympische Goldmedaillen zieren die so erfolgreiche Karriere von Jessica von Bredow-Werndl – die beinahe tragisch vor ihrem großen Durchbruch geendet hätte. In einem Podcast erinnert sich die Dressurreiterin an eine dramatische Nahtoderfahrung, die ihr Leben auf den Kopf stellt.

Reit-Olympiasiegerin wäre fast ertrunken

„Ich war mir ganz sicher, dass ich jetzt gerade sterbe”, blickt die 40-Jährige im „Auf & Up”-Podcast von Chris Surel zurück. Mit 24 Jahren sei sie beim Schwimmen „gemeinsam mit meinem jetzigen Mann“ durch eine starke Strömung in Lebensgefahr geraten. „Und wir sind einfach nicht zurückgekommen, wir sind wirklich eine halbe Stunde wie verrückt gegen die Strömung geschwommen und keinen Millimeter vorangekommen.“ Sie habe panisch „um Hilfe geschrien” – zeitgleich aber auch „viel Wasser geschluckt.”

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Von Bredow-Werndl beginnt, in die Phase des „Aufgebens” zu gelangen, erklärt sie. Die Reiterin bereitet sich auf den wohl sicheren Tod vor – ohne große Furcht. „Ich hatte mein ganzes Leben lang wahnsinnige Angst vorm Sterben und habe mir währenddessen gedacht: Das ist eigentlich gar nicht so schlimm.” Wirklich quälend seien dagegen die Gedanken an ihre Hinterbliebenen gewesen.

Jessica von Bredow-Werndl verliert Bewusstsein

Mama, Papa, Bruder – sie alle schwirren der gebürtigen Rosenheimerin im Kopf herum. Ebenso wie ein einziger, womöglich letzter Wunsch: Ihren Liebsten zu sagen, dass sie sich „bitte, bitte, bitte” nicht ihr Leben „von meiner dummen Aktion” versauen lassen sollen.

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Doch alles kommt anders, obwohl ihre Lunge bereits „zu einem Drittel mit Wasser gefüllt“ gewesen sei. Von Bredow-Werndl wird „bewusstlos” – ausgerechnet in dem Augenblick, in dem ihr Mann „den Ausweg aus der Strömung gefunden und mich noch am Arm gepackt hat.” Für die Dressurreiterin ist klar: Mein Überleben war „Schicksal!”

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Dressurreiterin nutzt Nahtoderfahrung heute als Anker

Und ihre Rettung hat sie vor allem einer Person zu verdanken: dem Physiklehrer ihres Mannes! Denn in den lebensbedrohlichen Momenten denkt ihr Liebster plötzlich an Vektorrechnung, wie von Bredow-Werndl im Gespräch mit Surel erzählt. So habe er einen anderen Ausweg aus der Strömung gefunden.

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Jessica von Bredow-Werndl strahlt mit ihrer Goldmedaille.
Jessica von Bredow-Werndl strahlt mit ihrer Goldmedaille.
Imago

Am Ufer warten bereits Notfallsanitäter, hängen die spätere Olympiasiegerin an eine Sauerstoffmaske. „Sonst wäre ich womöglich jetzt behindert” stellt sie fest. Doch der Albtraum ist noch nicht überstanden. Eine Woche habe die Dressurreiterin mit „inneren Blutungen” auf der „Intensivstation” gelegen.

Als sie das Krankenhaus verlässt, weiß sie: Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen. Die Erinnerungen an ihre Nahtoderfahrung dienen von Bredow-Werndl heute als „Anker”, als „Resetbutton”, um sich schnell auf das Wichtigste zu konzentrieren.

Das gelingt ihr offenbar auch bei den Olympischen Spielen in Tokyo (2020) und Paris (2024) – von denen sie insgesamt vier Goldmedaillen mit nach Hause nimmt.

Verwendete Quellen: Podcast „Auf & Up”