Wenn Schulen wieder öffnen

FFP2, OP oder Stoff: Welche Maske für mein Kind?

Ob und welche Maskenpflicht in der Schule gilt, unterscheidet sich je nach Bundesland.
© dpa, Georgios Kefalas, geke lop

18. Februar 2021 - 17:37 Uhr

Maskenpflicht hängt von Bundesland & Infektionszahlen ab

In wenigen Tagen werden in vielen Bundesländern die Schulen nach dem Lockdown wieder geöffnet. Zum Schutz vor dem Coronavirus besteht für die Schülerinnen und Schüler dann teils nach wie vor Maskenpflicht. Im Detail hängt das von den Regeln im Bundesland und den regionalen Infektionszahlen ab. Viele Eltern fragen sich, ob ihre Kinder dabei wirklich vor Infektionen geschützt sind und was das lange Masketragen für den Nachwuchs bedeutet. Ein Kinderarzt beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Welche Maske für welches Alter?

"Ich persönlich würde für Grundschulkinder eine OP-Maske wählen und für größere Kinder, wenn es geht, eine FFP2-Maske", sagt der Berliner Kinderarzt Jakob Maske. OP-Masken (medizinische Gesichtsmasken) schützen vor allem andere Menschen, weil sie die Ausatemluft recht zuverlässig filtern - der Eigenschutz ist aber begrenzt.

Eine FFP2-Maske bietet, richtig angewendet, einen hohen Schutz für andere und den Träger selbst. Allerdings muss diese erstens korrekt sitzen - so also, dass keine Luft über Lücken am Maskenrand aus- und einströmen kann. Zweitens muss man regelmäßig Pausen machen, in denen man sie absetzt und durchatmet. "Da ist schon etwas Verantwortung gefragt, von einem selbst und den Kindern", sagt Maske.

OP-Masken wiederum könnte man auch länger am Stück tragen, der Atemkomfort ist bei ihnen im Vergleich zur FFP2-Maske besser. Aber: Sobald sie durchfeuchtet sind, sollte man OP-Masken austauschen. Für FFP2-Masken gilt das übrigens auch.

LESE-TIPP: Verschiedene Maskentypen im Vergleich – welche leistet was?

Bei Alltagsmasken aus Stoff kommt es zunächst darauf an, ob diese überhaupt für den Einsatz in der jeweiligen Schule zugelassen sind. Generell bieten auch diese Bedeckungen einen gewissen Schutz: Eine Alltagsmaske sei besser als gar keine, so Maske.

Im Video: So sitzt eine FFP2-Maske richtig

Gibt es Masken in Kindergröße?

Ja, für alle Maskentypen finden sich auch Kindergrößen im Handel. Zudem können Eltern den Sitz nachjustieren - etwa, indem sie Knoten in die Gummis machen, um die Schlaufe zu verkürzen. Zu eng anliegen oder gar einschneiden sollten die Bänder aber nicht.

Was ist, wenn mein Kind keine Maske tragen will?

Hier sind aus Sicht des Kinderarztes vor allem die Eltern gefragt. "Wenn man positiv herangeht, haben 95 Prozent der Kinder mit diesen Masken kein Problem", so Maske. Natürlich ist das Beste, wenn Vater und Mutter selbst mit gutem Beispiel vorangehen "Wenn man sagt, die Maske sei doof, wird das Kind sie auch nicht tragen."

Zudem sollte man den Kindern vermitteln, dass das Tragen der Maske ihrer Gesundheit nicht schadet, sagt der Experte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). "Das nimmt auch viele Ängste."

Der BVKJ sieht bei Kindern ab zehn Jahren keine Bedenken gegen das Tragen von Masken. Jüngere Kinder ab sechs Jahren sollten die Masken zumindest jederzeit abnehmen können, wenn sie das möchten, schrieb der Verband bereits in einer Mitteilung im November 2020. Sie enthält auch verschiedene Tipps für Eltern.

Was, wenn es dem Kind zu viel wird?

Eltern sollten schauen, wie es den Kindern mit dem Masketragen geht - sitzt sie bequem? Man solle ihnen Mut machen und sie ermuntern, sich im Unterricht bemerkbar zu machen, wenn es ihnen mit der Maske nicht gut geht, empfiehlt Maske. Er rät den Schülern: "Wenn einen das Tragen der Maske im Unterricht einmal zu viel wird, sollte man den Lehrer bitten, ans Fenster oder vor die Tür gehen zu dürfen und die Maske dort kurz abzunehmen."

Natürlich sollten die Pausen dafür genutzt werden, draußen an der frischen Luft mit entsprechend Abstand untereinander stets auch eine Auszeit von der Maske zu nehmen.

Welche Schutzmaßnahmen in den Schulen sind noch sinnvoll?

Um die Infektionsgefahr über Aerosole in der Luft zu verringern, ist regelmäßiges Stoßlüften über weit geöffnete Fenster das Maß aller Dinge, hält die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) beim Umweltbundesamt (UBA) fest.

Mobile Luftreiniger seien nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Als Ergänzung und langfristige Lösung seien fest installierte Lüftungsanlagen in Schulen sinnvoll.

Klar ist, dass trotz Stoßlüften und anderen Maßnahmen die üblichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auch im Klassenzimmer nötig sind: Abstand halten, Hände waschen - und eben Maske tragen.