So minimieren Sie das Corona-Risiko

Der Corona-Herbst ist da: Trotz Kälte richtig Lüften

05. November 2021 - 13:08 Uhr

Richtig lüften in der Pandemie

Draußen sinken die Temperaturen und damit auch die Lust, Räume regelmäßig zu lüften. Denn offene Fenster und kalte Luft sorgen für Erkältungen – das glauben zumindest viele. Stimmt aber nicht, weiß HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing. Es gibt keine Hinweise darauf, dass kalte Luft zu Erkältungen führt. Was aber bekannt ist: Schlecht gelüftete Räume steigern das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Deshalb ist frische Luft gerade wichtiger denn je.

Erhöhtes Risiko für eine Coronavirus-Übertragung über Aerosole im Herbst und Winter

Während wir im Frühjahr und Sommer viel Zeit draußen an der frischen Luft verbringen oder mit weit geöffneten Fenstern arbeiten, spielt sich zeitgleich mit den sinkenden Temperaturen ab dem Herbst wieder das meiste in geschlossenen Räumen ab. Laut der Kommission für Innenraumlufthygiene des Umweltbundsamtes (IRK) verbringen wir im Herbst und Winter etwa 80 bis 90 Prozent der Zeit drinnen. Und dies begünstigt die Verbreitung des Coronavirus:

Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Coronavirus über Aerosole steigt bei einem längeren Aufenthalt in kleinen, geschlossenen Räumen – erst recht, wenn diese kaum oder nur schlecht belüftet werden. Daher ist es wichtig zu wissen, wie richtiges Lüften funktioniert. Energieberaterin Ulrike Körber verrät im Video, warum Sie die Fenster nicht dauerhaft kippen sollten, was der Unterschied zwischen Stoß- und Querlüften ist und wie Sie auch kleine Räume und Wohnungen optimal belüften.

Die wichtigsten Tipps fürs Lüften

  1. Regelmäßig Lüften: einmal pro Stunde mindestens ein Fenster für 3 Minuten öffnen, Klassenzimmer oder Büroräume sollten je nach Personenanzahl sogar alle 20 Minuten gelüftet werden.
  2. Klimaanlagen ersetzen das Lüften nicht: Auch wenn es eine Klimaanlage im Raum gibt, sollte trotzdem regelmäßig ein Fenster geöffnet werden.
  3. Bei Husten oder Niesen einzelner Personen sofort lüften: Das gilt nicht nur im Büro, in der Schule oder im Kindergarten, sondern auch zuhause.

  4. Bei sportlichen Aktivitäten vermehrt lüften: Wenn Sie zuhause Sport machen oder die Kinder herumtoben, sollten Sie mindestens 5 Mal pro Stunde lüften.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Diese App soll helfen, richtig zu lüften

Im hektischen Alltag kann man schon mal vergessen, regelmäßig zu lüften. Vor allem in Klassenzimmern und Großraumbüros ist das aber sehr wichtig. Bei Menschen, die sich in schlecht gelüfteten Räumen aufhalten, steigt das Risiko sich mit dem Coronavirus anzustecken sogar dann, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten wird. Aber wie oft und wie lange muss gelüftet werden, um die Virenlast in der Luft zu senken?

Die App "Co2-Timer" errechnet für jeden beliebigen Raum die erforderlichen Lüftungs-Intervalle und erinnert dann daran, zu lüften. Man muss nur die Größe und Höhe des Raumes sowie die Anzahl der Personen, die sich im Raum befinden, eintragen.