Corona-Demo in Konstanz

Schräger Auftritt: Fräulein Menke denkt quer

16. Oktober 2020 - 18:35 Uhr

Von Daniel Spliethoff

Früher schwamm sie auf der Neuen Deutsche Welle, heute demonstriert Sängerin und Ex-IBES-Star Fräulein Menke auf Corona-Demonstrationen. Warum Sie sich in Konstanz mit dem RTL-Reporter gestritten hat, sehen Sie im Video.

Ich war allerdings auch oft befremdet, manchmal angewidert.

Es sind oft Streitgespräche, die ich auf den Demos geführt habe, seit ich im April meine erste Veranstaltung in Berlin besucht habe. Das finde ich übrigens nicht schlimm, solange Respekt füreinander da ist. Ich erzähle das gerne beispielhaft an Heidi Wirsch, die ich am selben Tag in Berlin getroffen habe, an dem Reichsbürger die Treppen des Reichstags stürmten. Viel Respekt und eine Einladung zu ihr nach Hause, wo wir eine Woche später lange und in Ruhe gesprochen haben.

Ich war allerdings auch oft befremdet, manchmal angewidert. Von Anhängern der Verschwörungserzählung QAnon zum Beispiel. In Berlin erzählen mir Menschen freimütig, Barack Obama hätte Codewörter gehabt, um sich kleine Jungs ins Oval Office zu bestellen, um sie dort zu missbrauchen.

QAnon glaubt, mächtige Männer und Frauen weltweit hätten sich zusammengeschlossen, um Kindern etwas namens Adrenochrom abzupressen – eine Art Lebenselixier. Eine Mischung aus alten Hass-Märchen über Juden, modernen Verschwörunsgideologien und purer Bösartigkeit. Das große Q findet sich über all auf den Demonstrationen – ähnlich oft, wie die schwarz-weiß-roten Fahnen von Kaiserreich und Naziregime zu sehen sind.

Inzwischen haben Twitter, Facebook und Youtube ihr Vorgehen gegen QAnon verschärft. Facebook hatte Anfang Oktober angekündigt, alle Seiten und Gruppen zu löschen, die QAnon vertreten. Das gelte auch für Instagram-Accounts. Twitter hatte bereits im Juli QAnon-Anhänger ausgesperrt und mehrere Tausend Accounts blockiert. Youtube will mehr Inhalte mit Verschwörungstheorien entfernen.