Schockierender Einsatz in den USA

Gefesseltes Mädchen (9) wird mit Pfefferspray in ein Polizeiauto gezwungen

03. Februar 2021 - 16:10 Uhr

Mädchen schreit immer wieder nach seinem Vater

Die Polizei wurde am Nachmittag des 29. Januar wegen eines Familienstreits in eine Siedlung in Rochester im US-Bundesstaat New York gerufen. Am Ende zerrten mehrere Beamte ein neun Jahre altes Mädchen durch den Schnee, das wie am Spieß nach seinem Vater schrie und sich mit allen Kräften wehrte. Jetzt veröffentlichte die Polizei die verstörenden Aufnahmen von dem Einsatz. Das Video zeigt, wie die Neunjährige nicht in ein Polizeiauto einsteigen will – deshalb werden ihr die Hände gefesselt und sie bekommt eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht.

Polizisten wollen Neunjährige in ein Krankenhaus bringen

US-Medien berichten, dass den Polizisten gesagt wurde, dass die Neunjährige damit gedroht hätte, sich und ihrer Mutter etwas anzutun. Die Beamten beschlossen daraufhin, das Kind mitzunehmen und in ein örtliches Krankenhaus zu bringen. Doch das aufgebrachte Mädchen wollte offenbar auf keinen Fall mit den Polizisten von dort weg.

Auf den Bodycam-Aufnahmen der Beamten ist zu sehen, wie die Situation immer weiter eskaliert. Zuerst versucht die Grundschülerin, vor den Polizisten zu fliehen. Als sie ins Polizeiauto steigen soll, schreit sie immer wieder: "Ich will meinen Vater!" Die Polizisten versuchen trotzdem, das Kind ins Auto zu bugsieren. "Ich steige in kein Auto, bevor ich nicht meinen Vater gesehen habe", ruft das Mädchen und liegt schließlich alle Viere von sich gestreckt weinend auf der Straße im Schnee. "Du benimmst dich wie ein Kind", wirft einer der Polizisten ihm vor. "Ich bin ein Kind!", schreit das Mädchen zurück.

Beamte besprühen Kind mit Pfefferspray

Der Schülerin werden die Hände gefesselt und eine Polizistin versucht schließlich, sie zu überreden, ihre Füße ins Polizei Auto zu stellen. "Ich werde deinen Vater suchen, aber du musst ins Auto steigen", versucht sie, das Kind zu überzeugen. Sie werde sich bei den Temperaturen sonst eine Unterkühlung holen. Doch das Mädchen ist bereits so außer sich, dass es sich auf keine Diskussionen mehr einlässt.

Schließlich reißt auch der Polizistin der Geduldsfaden und sie erklärt mit erhobener Stimme: "Das ist jetzt deine letzte Chance, sonst hast du gleich Pfefferspray in den Augen." Nur Augenblicke später wird das Mädchen dann von einem Beamten besprüht, die Beine von dem schreienden Kind werden ins Auto geworfen und die Türen verschlossen. "Unglaublich", kommentiert der Beamte, der gesprüht hat.

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Entsetzten nach dem Polizeieinsatz

In einer Pressekonferenz nach dem Vorfall erklärte Polizeichefin Cynthia Herriott-Sullivan das Verhalten der Beamten für inakzeptabel. "Ich werde hier nicht stehen und sagen, dass es ok ist, eine Neunjährige mit Pfefferspray zu besprühen. Das ist es nicht", erklärte sie. Und kündigte eine Aufarbeitung des Falles an.

Auch die Bürgermeisterin von Rochester reagierte entsetzt. "Ich habe selbst eine zehn Jahre alte Tochter", wurde Lovely Warren von US-Medien zitiert. "Ich kann ihnen sagen, dass dieses Video nichts ist, was man als Mutter gerne sehen will." In so einer Situation komme es auf Empathie und Mitgefühl an. "Wenn es da ein Kind gibt, das so leidet und nach seinem Vater schreit – ich habe das Gesicht meines Kindes in ihrem gesehen", so die Bürgermeisterin.

Das Mädchen wurde nach der Pfefferspray-Attacke in ein Krankenhaus gebracht und dort versorgt. Nach der Behandlung konnte das Kind zurück nach Hause gebracht werden. Laut der Bürgermeisterin soll sich nun ein Kriseninterventionsteam um die Familie kümmern.