Wenn vom Nacken bis zu den Zehen alles weh tut

Rückenschmerzen durch Beckenschiefstand? Diese Übungen helfen!

06. Dezember 2019 - 11:53 Uhr

Mit nur 5 Übungen Schmerzen bekämpfen

Mehr als die Hälfte aller Deutschen leidet an einem Beckenschiefstand, ohne es zu wissen. Kopfschmerzen und quälende Verspannungen sind oft die Folgen. Auch unser Reporter Thorsten Sleegers ist betroffen. In einem spannendem Selbstexperiment versucht er, innerhalb von von nur zwei Wochen schmerzfrei werden. Von einem Personal Trainer bekommt er fünf Übungen gezeigt, die er regelmäßig ausführen soll. 

Das Ergebnis ist erstaunlich. Bereits nach zwei Wochen haben sich seine Schmerzen deutlich verbessert. Wie die fünf Wunder-Übungen gegen Beckenschiefstand ganz genau funktionieren und worauf manbei der Durchführung achten müssen, zeigt uns der Personal Trainer Alexander Nikolai im Video. 

Schiefes Becken als Ursache für unterschiedlichste Beschwerden

Viele Menschen leiden unter einem Beckenschiefstand und wissen es gar nicht. Denn ein schiefes Becken muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen. Im Gegenteil: Ein wirklich gerades Becken ist sogar eher die Ausnahme. Laut einer Analyse der WHO aus dem Jahr 2007 liegt bei rund 70 Prozent aller Menschen mindestens eine leichte Schiefstellung des Beckens vor. Erst wenn die Kippung des Becken zu stark wird, kommt es zu Überlastungsbeschwerden und Verschleißerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen und Knieschmerzen. In manchen Fällen droht auch eine Skoliose, eine Kümmung der Wirbelsäule. Zwar ist eine Skoliose nicht gleichbedeutend mit Rückenschmerzen. Verspannen sich als Folge aber die Haltemuskeln deutlich oder nutzen sich die Bandscheiben und Gelenke frühzeitig ab, bereiten viele Bewegungen zunehmend Schmerzen.

Das sind mögliche Symptome eines Beckenschiefstandes

  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen in Lenden- und Halswirbelsäule
  • Schmerzen im Gesäß
  • Schulterschmerzen
  • Nacken- und Kopfschmerzen
  • Zahn- und Kieferschmerzen 
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Hüft-, Knie- oder Fußschmerzen auf Grund von Verschleißerscheinungen durch die Fehlbelastung

Ursachen eines Beckenschiefstandes

Bei einem Großteil der Menschen, die unter einem Beckenschiefstand leiden, ist der Schiefstand durch muskuläre Verspannungen der Gesäßmuskulatur und der unteren Rückenmuskulatur bedingt."Der Oberschenkel sitzt mit seinem Oberschenkelkopf wie eine Kugel in der Hüftpfanne", erklärt Personal Trainer Alexander Nikolai. "Damit es sich bewegen kann, hat es dort immer ein wenig Platz und Spiel. Das Problem: Verspannt man muskulär und faszial zu sehr, wird der Oberschenkelkopf in das Hüftgelenk hineingezogen. Dadurch entsteht in dem Moment ein Beckenschiefstand".

Das heißt, bei einem Beckenschiefstand und der damit verbundenen Beinlängendifferenz ist nicht das eine Bein einfach kürzer geworden, sondern das Bein wird durch die musuläre Verpannung in die Hüftpfanne "hineingezogen" - dadurch scheint es kürzer. Beim Gang zum Orthopäden werden häufig Einlagen verschrieben, um die Beinlängendifferenz auszugleichen. Keine gute Idee, findet Alexander Nikolai, da dadurch die Ursachen nicht bekämpft werden.

Seine Lösung: Durch Mobilisation und Stabilisationsübungen soll das Problem behoben werden. Dazu stellt der Trainer unserem Reporter Thorsten Sleegers fünf Übungen vor, die er regelmäßig durchführen soll. Im Video zeigt er Ihnen die Übungen noch einmal ganz genau, so dass Sie sie auch zu Hause nachturnen können.

Darauf sollten Sie bei den Übungen achten

Wichtig ist bei allen Übungen: Es darf ein wenig ziehen und weh tun, aber natürlich nicht zu sehr. "Wir wollen bis an die Schmerzgrenze ran, aber nicht darüber hinaus", erklärt der Personal Trainer. Das heißt, Sie sollten darauf achten, dass Sie bei allen Übungen noch gleichmäßig atmen können. 

Außerdem ist Regelmäßigkeit Trumpf. Die Übungen sollten am besten alle zwei bis drei Tage ausgeführt werden, damit sie wirklich etwas bringen. Und dass sie etwas bringen, davon konnte sich unser RTL-Reporter überzeugen. "Meine Schmerzen haben sich auf ein Minimum reduziert."