Reporter hörten mehrere Explosionen

Raketenangriff auf Israel: Hamas bekennt sich zu "Botschaft" an Feind

Menschen suchten nach der Raketenwarnung nahe der Klagemauer Schutz
Menschen suchten nach der Raketenwarnung nahe der Klagemauer Schutz
© REUTERS, NIR ELIAS, NIR/LA/SAL/

10. Mai 2021 - 20:02 Uhr

Raketenangriff in Israel

In der Umgebung von Jerusalem sind israelischen Medienberichten zufolge Raketen eingeschlagen. Vor der Meldung des Senders "Channel 13" war in der Stadt Raketen-Alarm ausgelöst worden. RTL-Korrespondentin Raschel Blufarb berichtet von mindestens sieben Raketen, die aus Gaza auf Jerusalem abgefeuert worden sein sollen. Der Raketenangriff soll noch andauern, hieß es am frühen Montagabend. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hörte mehrere Explosionen.

Im Video: RTl-Reporterin in Jerusalem schätzt die Lage ein

Kurz nach Ablauf eines Ultimatums der islamistischen Hamas haben militante Palästinenser mehrere Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Nach Angaben der Armee gab es in angrenzenden Gebieten sowie in den Städten Jerusalem, Beit Schemesch, Aschkelon und Sderot Luftalarm. In Jerusalem ist ein solcher Alarm sehr selten.

Sieben Raketen seien abgeschossen worden, teilte das Militär am Montagabend mit. Eine sei vom Abwehrsystem Eisenkuppel abgefangen worden. Nach Angaben der israelischen Polizei gab es einige Einschläge in der Nähe von Jerusalem. Ein Marsch in der Stadt anlässlich des Jerusalem-Tages sei aufgrund der Angriffe abgebrochen worden. Medienberichten zufolge wurde das Parlament in Jerusalem geräumt. Die Abgeordneten seien in Schutzräume gebracht worden.

Menschen suchen Schutz

Ein Hamas-Sprecher sagte, man habe als "Botschaft" an den israelischen Feind Raketen auf Jerusalem gefeuert. Es handele sich um eine "Reaktion auf seine Verbrechen und Aggression gegen die heilige Stadt" sowie auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und in Scheich Dscharrah.

Nach heftigen Zusammenstößen in Jerusalem hatte der militärische Hamas-Flügel zuvor ein Ultimatum gestellt. Ein Sprecher der Organisation in Gaza forderte, Israel müsse bis 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) alle Polizisten und Siedler vom Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) sowie aus dem Viertel Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem abziehen. Außerdem müssten alle im Rahmen der jüngsten Konfrontationen festgenommenen Palästinenser freigelassen werden. Es handele sich um eine Warnung. Kurz nach 18 Uhr Ortszeit begann der Beschuss. Zu den Angriffen bekannte sich auch die Gruppe Islamischer Dschihad.

Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt war es am Montag erneut zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Vor der Al-Aksa-Moschee setzten Polizisten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gegen Steine werfende Palästinenser ein. Palästinensische Rettungskräfte sprachen von mehr als 300 Verletzten. Nach Polizei-Angaben wurden fast zwei Dutzend Beamte verletzt.

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Hamas hat sich zum Angriff bekannt

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan angespannt. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Zudem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden. Dies verschärfte die Spannungen. Vergangenes Wochenende hatte es jede Nacht Konfrontationen mit zahlreichen Verletzten im Osten der Stadt gegeben.

Der Status Jerusalems ist eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt. Israel beansprucht Jerusalem als "ewige und unteilbare Hauptstadt" für sich. Die Palästinenser halten ihrerseits an ihrem Anspruch auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt fest.

Israel beging am Montag den Jerusalem-Tag. Das Land feiert damit die Eroberung des Ostteils von Jerusalem einschließlich der Altstadt während des Sechstagekriegs 1967.

Der Marsch anlässlich des Jerusalem-Tages hatte am Nachmittag begonnen. Nach Warnungen, er könne neue Spannungen auslösen, wurde dessen Route verändert. Zuvor hatte es die Polizei Juden bereits verboten, bei dem Marsch auch den Tempelberg zu besuchen.

LGR/ DPA/ Reuters

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