Reaktion auf Waffenlieferungen?

Russland will „blitzschnell“ auf Kriegseingriffe antworten - Putin droht dem Westen

Putin droht Westen erneut: Jede Einmischung wird beantwortet Ukraine-Krieg
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Ukraine-Krieg
Putin droht Westen erneut: Jede Einmischung wird beantwortet

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Es sind bedrohliche Worte, die Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwochnachmittag in St. Petersburg an die Welt schickte: Wer sich von außen in den Ukraine-Krieg einmische und eine für Russland unannehmbare strategische Bedrohung schaffe, müssen wissen, dass die Antwort „blitzschnell“ und „rasch“ sein werde.

Atomwaffen in Bereitschaft versetzt

Dass damit auch militärische Konsequenzen gemeint sein könnten, sagte er zwar nicht wortwörtlich, es schwingt in seinen Worten aber mit. Denn Putin ergänzte, dass Russland für mögliche Gegenschläge „alle Instrumente“ habe. Bei der Versammlung von Spitzenfunktionären sagte er weiter: „Und wir werden nicht prahlen. Wir werden sie anwenden, wenn es nötig ist. Und ich will, dass alle das wissen.“

Vor dem Hintergrund, dass Putin bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs die Atomwaffen des Landes als Warnung an die Nato in erhöhte Alarmbereitschaft hatte versetzen lassen, ist das sicherlich als deutliches Zeichen zu verstehen. Bisher hat es allerdings keine nennenswerten Bewegungen an den russischen Atomstützpunkten gegeben, hatten verschiedene US-Dienste immer wieder betont.

Anton Hofreiter warnt vor Angstpropaganda

Die Warnungen aus dem Kreml kommen kurz nach der deutschen Entscheidung, jetzt auch schwere Waffen wie Gepard-Panzer in die Ukraine zu liefern.

Für den Grünen-Politiker Anton Hofreiter ist ein Atomkrieg als Eskalation aus möglichen Waffenlieferungen weiterhin unwahrscheinlich. Er gehe nicht davon aus, „dass im Kreml lauter Selbstmordattentäter sitzen“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Europaausschuss dem „Spiegel“. Man solle sich hüten, die „Angstpropaganda des Kremls“ zu übernehmen.

Gaslieferungen an Polen und Bulgarien ausgesetzt

Doch nicht nur mit Waffen droht Putin: Auch im Gasstreit greift der russische Despot nun zu neuen Mitteln. So hatte der Staatskonzern Gazprom am Dienstag mittgeteilt, die Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien einzustellen. Das geschah bereits am Mittwoch. „Der Hahn wurde zugedreht“, bestätigte Polens Klimaministerin Anna Moswka.

Der Grund soll die Weigerung Polens und Bulgariens sein, die Gaslieferungen in Rubel zu bezahlen. Sofia und Warschau betonen dagegen, ihre Verpflichtungen erfüllt zu haben. Auf die Bundesrepublik haben diese Einstellungen allerdings derzeit keine Auswirkungen.

Im Video: Putins Drohung mit neuer Atom-Rakete

Putin droht dem Westen mit neuer Atom-Rakete Test in Russland
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Test in Russland
Putin droht dem Westen mit neuer Atom-Rakete

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Putin droht weiteren Ländern mit Gas-Stopp

Putin hatte im März gefordert, dass westliche Staaten mit Wirkung zum 1. April Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um Lieferungen zu bezahlen. Anderenfalls würden die Lieferungen eingestellt. Allerdings können an die Bank Zahlungen weiter in Euro oder Dollar getätigt werden, die Bank konvertiere das Geld dann in Rubel. Putin drohte aber am Mittwoch auch weiteren Ländern, den Gashahn zuzudrehen. (eon, mit dpa)