So können sie das Virus töten

Karton, Plastik oder Metall? Auf welchen Oberflächen überlebt das Coronavirus am besten?

13. April 2020 - 12:28 Uhr

Wichtige Fakten zum Coronavirus

Das wussten sie bisher vielleicht noch nicht: Manche Oberflächen sind "gefährlicher" als andere, denn auf einigen Oberflächen überlebt das Coronavirus deutlich länger, als auf anderen. Die Unterschiede sind gewaltig. Aber: Das Virus zu töten, ist für jeden sehr einfach.

Wie lange hält sich das Coronavirus auf Papier-, Kunststoff- oder Metall-Oberflächen?

Das Coronavirus liebt Kunststoff und Plastik! Dort kann es am längsten überleben. Mindestens drei Tage. Dageben ist Papier und Karton offenbar keine gute Grundlage: Hier überlebt das Virus gerade mal 24 Stunden. Noch schlechter ist Kupfer. Maximal 4 Stunden ist das Virus hier ansteckend.

Die Übersicht:

Oberfläche                            Lebensdauer Coronavirus

Kupfer                                                4 Std

Karton / Papier                                   24 Std

Plastik / Edelstahl                              72 Std

Was ist der maßgebliche Übertragungsweg?

Die größte Ansteckungsweg ist die sogennante Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschließend eingeatmet werden. Allerdings überleben Coronaviren in diesen Tröpchen nur bis zu 3 Stunden. Und draußen fliegen diese Tröpchen nur ca. einen Meter weit. Deshalb ist Abstand gerade so wichtig und die beste Schutzmaßnahme. Halten sie wirklich überall Abstand. 

Im Video: Darum ist Corona auf Oberflächen weniger gefährlich als andere Viren

Warum wir - was Oberflächen angeht - im Vergleich zu anderen Viren mit dem Coronavirus sogar noch Glück haben, erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, im Video.

Muss ich jetzt alle Gegenstände aus dem Supermarkt desinfizieren? Wie gefährlich sind Oberflächen für mich?

Laut Experte Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es bisher keine Fälle, bei denen nachweislich gezeigt worden sei, dass sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den Kontakt mit Oberflächen infisiziert hätten. 

"Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissenstand unwahrscheinlich, dass Waren wie Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigem Coronavirus sein könnten", sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Dennoch sollten immer die allgemeinen Regeln der Hygiene, wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife, nicht mit den Händen in Auge und Nase fassen, und die Hygiene-Regel bei Zubereitung von Lebensmittel beachtet werden, so Hensel. "Mit einfachen Maßnahmen können Menschen somit helfen, sich selbst und andere, also auch ihre Familie vor Infektionskrankheiten dieser Art, zu schützen."

Dabei stellt sich auch immer wieder die nächste Frage.

Sind Desinfektionsmittel sinnvoll?

Auch da hat Hensel eine klare Antwort: "Es ist in der aktuellen Situation für gesunde Menschen nicht erforderlich im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden."  Welche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen sind, wenn ein Infizierter unter Quarantäne im Haushalt lebt, solle mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder dem betreuenden Arzt oder Ärztin abgesprochen werden, so Hensel.

Auf was reagieren Coronaviren empfindlich?

Sie würden auf fettlösende Substanzen, wie Alkohol oder Tenside, empfindlich reagieren. Diese seien in Seifen oder Geschirrspülmittel enthalten, sagt Hensel. "Es ist bekannt, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und damit das Virus inaktiviert wird. Das gilt insbesondere auch dann, wenn im Geschirrspüler das Geschirr mit 60 Grad Celsius oder höheren Temperaturen gereinigt oder getrocknet werden."

Ist auch Kälte für das Virus schädlich?

Nein, die bisher bekannten Coronaviren seien kälteunempfindlich, sagt Hensel. Somit können die Viren bei minus 20 Grad bis zu zwei Jahre im gefrorenen Status überleben.