Eltern verunsichert

Schulen in NRW schlagen Alarm - wegen Schnelltests aus China

Schulen in NRW schlagen Alarm - wegen Schnelltests aus China Eltern verunsichert
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Eltern verunsichert
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Der Pooltest ist positiv, alle Schnelltests in der Klasse sind negativ – eine Situation, die in einigen Klassenzimmern in NRW für Verunsicherung sorgt. Jetzt stehen die neuen Schnelltests aus China in der Kritik.

Pooltests: Eltern und Schulen verunsichert

In NRW häufen sich Berichte von Klassenzimmern, in denen die Pooltests positiv, jedoch alle anschließenden Schnelltests negativ ausfielen. Seit dem 26. Januar wird nach einem positiven PCR-Pool-Test nicht mehr jeder Schüler über einen individuellen Labortest via PCR sofort nachgetestet. Stattdessen wird nur noch per Selbsttest an den Schulen nachgeprüft. Ist dieser negativ, soll der Unterricht wie gewohnt stattfinden.

Linda Beurns, Mutter eines Grundschulkindes, erzählt unserem Reporter: „Ich kenne Fälle von Familien, in denen es positive Kinder (im Pooltest) gab und die ganzen Schnelltests eben nicht angeschlagen haben. Dann wurden nur eigeninitiativ die Kinder nicht in Kindergärten und Schulen geschickt. Ich finde, das ist eine krasse Verantwortung für die Eltern.“

Auch die SPD-Opposition im NRW-Landtag hatte Zweifel an der Sensitivität der Schnelltests, die im Anschluss an positive PCR-Pooltests Pflicht sind, geäußert. Laut Vizefraktionschef Jochen Ott häufen sich Fälle, in denen PCR-Pooltests von Schulklassen positiv, die anschließenden Einzel-Selbsttest bei allen Schülern aber negativ ausgefallen seien. „Somit bleiben viele Infektionen unentdeckt“, kritisiert Ott.

Auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitierte einen Grundschullehrer, dem zufolge regelmäßig PCR-Pooltests positiv ausfielen, wonach mindestens ein Kind in der Klasse infektiös sein müsste. Dennoch seien die Einzelnachtestungen via Selbsttest bei allen Schülerinnen und Schülern über Tage negativ ausgefallen. Aus anderen Schulen sei Ähnliches berichtet worden.

Sind Schnelltests aus China das Problem?

In der Kritik stehen jetzt vor allem die Selbsttest – in der Vergangenheit wurden diese von einer deutschen Firma hergestellt. Jetzt hat das Land NRW eine neue Charge aus China bestellt, die bereits in einigen Schulen verwendet wird.

Laut Jochen Ott sind die neuen Tests weniger sensibel: Nach einer Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts hätten die Tests aus China bei einer mittleren bis schwachen Viruslast eine geringere Sensitivität als die zuvor verwendeten Produkte eines deutschen Herstellers. Es sei zu befürchten, dass Infektionen mit der Omikron-Variante unentdeckt blieben.

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Schulministerium verteidigt Testverfahren

Das Schulministerium verteidigt hingegen das Verfahren. Ein Ministeriumssprecher sagte, man habe keinen Zweifel an der Sensitivität beider Produkte. Auch mit dem vor zwei Wochen geänderten Lolli-PCR-Testverfahren verfüge NRW noch über eines der sichersten Schultestsysteme aller Bundesländer. Laut Schulministerium werden die chinesischen Schnelltests auch in anderen Bundesländern eingesetzt. „Sie reagieren auf alle bekannten Virusvarianten – einschließlich der Omikron-Variante“, teilte das Ministerium RTL schriftlich mit.

Das Ministerium begründete die Entscheidung, dass Kinder bei positivem Pooltest aber negativen Schnelltests am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen, mit der niedrigen Viruslast: Die hochsensitive PCR-Methode entdecke bereits sehr geringe Viruslasten, ohne dass die Getesteten ansteckend seien. Deshalb dürften auch genesene Schüler noch bis zu acht Wochen nach ihrer Rückkehr aus der Isolierung nicht am Lolli-Testverfahren teilnehmen, da bei ihnen sonst noch Viruspartikel nachzuweisen seien und ein PCR-Test dann positiv ausfallen könne.

(dpa/jbr)

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