Das sind die Anzeichen einer ernsten Komplikation

Corona-Impfstoffe: Wie lange sollte ich Nebenwirkungen beobachten?

Die Hausärzte bleiben auf ihren AstraZeneca-Impfstoffen sitzen.
Die Hausärzte bleiben auf ihren AstraZeneca-Impfstoffen sitzen.
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13. Mai 2021 - 13:08 Uhr

Hausärzte bleiben auf AstraZeneca-Impfstoff sitzen

Die Impfkampagne nimmt Fahrt auf - wieder wurde die magische 1-Million-Marke geknackt. Aber es könnte noch schneller gehen. Doch auch wenn das tatsächliche Risiko statistisch gesehen extremst gering ist: Viele Menschen wollen wegen möglicher Thrombose-Komplikationen bei den vektorbasierten Impfstoffen zum Beispiel von AstraZeneca lieber die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna verabreicht bekommen. Und so haben die Hausärzte mittlerweile das Problem, das britisch-schwedische Vakzin an den Mann zu bringen. Nicht zuletzt deswegen entschied Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), die Priorisierungen und Beschränkungen für AstraZeneca aufzuheben. Welche Nebenwirkungen haben die Vakzine allgemein - und wann sind sie ein Hinweis auf eine gesundheitliche Gefahr?

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Wie lange sollte ich Nebenwirkungen beobachten?

Impfreaktion, unerwünschte Nebenwirkung – oder doch eine ernstzunehmende Komplikation? "Neben dem Begriff Impfreaktionen gibt es noch den der Impfkomplikationen", erklärt uns Allgemeinmediziner Dr. Specht, "und aus juristischen Gründen den des Impfschadens". Wann spricht man von einer Impfkomplikation? "Bei einer Impfkomplikation geht die Reaktion über das gewünschte Maß hinaus", so der Medizinexperte. Nicht nur bei dem vektorbasierten Corona-Impfstoff von AstraZeneca können das eben die bekannt gewordenen Sinusvenen-Thrombosen sein – auch bei Biontech gab es die laut einer Oxford-Studie.

Doch wie erkenne ich, dass ich von einer Komplikation betroffen bin? Geimpfte Personen sollten sofort eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt aufzusuchen, wenn sie nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm- oder Beinschwellungen entwickeln, rät das Paul-Ehrlich-Institut. Darüber hinaus sollten alle Personen, die schwere oder anhaltende Kopfschmerzen haben, die länger als vier Tage nach der Impfung anhalten oder die nach ein paar Tagen Blutergüsse über die Impfstelle hinaus haben, umgehend einen Arzt aufsuchen. Wie lange sollte ich diese Phänomene beobachten? Allen Fälle von Impfkomplikationen waren etwa vier bis 16 Tage nach Impfung aufgetreten, so das Institut.

Klassische Nebenwirkungen sind eigentlich Ausdruck der gewünschten Hauptwirkung

Impfstoffe haben manchmal Nebenwirkungen – und das ist auch gut so. Denn die zeigen, dass der Körper beziehungsweise das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. "Nebenwirkungen sind per Definition Wirkungen neben der Hauptwirkung", erklärt uns Medizin-Experte Dr. Christoph Specht. "Was ist die Hauptwirkung? Eine Immunreaktion, also eine Immunantwort zu produzieren, sprich: Der Körper soll Anti-Körper basteln. Wenn ich jetzt Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen an der Einstichstelle bekomme, dann sind das eigentlich nach Definition eigentlich keine Nebenwirkungen, sondern Ausdruck der gewünschten Hauptwirkung, der Immunreaktion."

Wissenschaftler des King's College London stellten fest, dass die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe von AstraZenaca und Biontech 24 Stunden nach der Injektion ihren Höhepunkt erreichen. Normalerweise verschwinden sie nach zwei Tagen von selbst. Die Ergebnisse der Studie sollten "vielen Menschen versichern, dass die Auswirkungen des Impfstoffs normalerweise mild und kurzlebig sind", sagt der leitende Forscher Professor Tim Spector.

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Klassische Impfreaktionen aller Corona-Impfstoffe und auch andere Impfstoffe können sein: Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Frösteln sowie Fieber und Schwellungen an der Injektionsstelle. Im Allgemeinen sind sie aber schwach bis mäßig und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Problematisch können allergische Reaktionen sein – auch hier sind alle Impfstoffe in sehr seltenen Fällen betroffen. Wer sich impfen lassen will, sollte dem Impfarzt oder Impfärztin vor der Impfung mitteilen, dass Allergien bestehen. Wer nach der ersten Impfung eine allergische Sofortreaktion hatte, sollte die zweite Impfung nicht erhalten. Auch das gilt für vektorbasierte und mRNA-Impfstoffe gleichermaßen.

Bei der Gabe von Biontech traten zudem in extrem seltenen Fällen als Nebenwirkungen Gesichtslähmungen auf, die sich aber alle nach einigen Wochen zurückbildeten.

Quelle: RTL.de/IJA

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