Biontech greift die Ergebnisse an

Oxford-Studie: Thrombose-Fälle fast genauso häufig bei mRNA-Impfstoffen

Auch die auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können Blutgerinnsel zur Folge haben.
Auch die auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können Blutgerinnsel zur Folge haben.
© picture alliance, dpa, Frank Hoermann/SVEN SIMON

20. April 2021 - 9:46 Uhr

Sinusthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen

Die Vektor-basierten Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson haben einen schlechten Ruf: Sinusthrombosen traten vor allem bei jüngeren Frauen in sehr seltenen Fällen auf. Nun wird empfohlen, dass diese Impfstoffe an die weniger gefährdeten über 60-Jährigen verimpft werden sollen. Einer neuen Studie der Universität Oxford zufolge kommen Thrombosen aber auch im Zusammenhang mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna vor. Biontech widerspricht den Ergebnissen allerdings vehement.

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mRNA-Impfstoffe: Vier Fälle von Thrombosen auf eine Million Geimpfte

Eine neue Studie der Universität Oxford, die seit Donnerstag als Preprint vorliegt, zeigt: Auch die auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können Blutgerinnsel im Hirn zur Folge haben. Auf eine Million Geimpfte kommen demnach vier Patienten, die in Folge der Impfung mit einer sogenannten Sinusthrombose diagnostiziert wurden. Diese Form der Thrombose kann zu einem Schlaganfall führen. Beim AstraZeneca-Impfstoff war dies hingegen fünfmal der Fall. Die Universität Oxford hat den jetzt Vaxzevria genannten Impfstoff, der von AstraZeneca produziert wird, entwickelt.

Biontech beklagt mangelnde Unterscheidung

Biontech und Pfizer haben den Ergebnissen der Studie aber prompt widersprochen. Sie erklärten in einem Statement am Freitag, die Universität Oxford habe "nicht sauber zwischen 'normalen Thrombosen', die durch eine Impfung auftreten können, aber nicht lebensbedrohlich sind und Sinusvenenthrombosen, die im Hirn und im Zusammenhang mit einer Impfung von Astrazeneca und Johnson & Johnson aufgetreten sind", unterschieden.

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Pfizer führte umfassende Analyse der Sicherheitsdaten durch

Nach bisher weltweit über 200 Millionen verabreichten Dosen habe Pfizer eine umfassende Analyse der fortlaufend gesammelten Sicherheitsdaten für den Impfstoff BNT162b2 durchgeführt. "In dieser gab es keine Hinweise darauf, dass arterielle oder venöse thromboembolische Ereignisse, mit oder ohne Thrombozytopenie, ein Risiko im Zusammenhang mit der Verwendung unseres Covid-19-Impfstoffs darstellen", heißt es im Statement weiter.

Im Rahmen der Analyse der bestehenden Daten aus der Sicherheitsdatenbank seien alle unerwünschten Nebenwirkungen überprüft worden, die bis zum 27. März für den Impfstoff Comirnaty eingegangen sind. "Auch die große Anzahl an Personen, die bisher geimpft wurden, hat keine medizinischen Beobachtungen ergeben, die das Sicherheitsprofil unseres Impfstoffs, das wir in den Phase-3-Studien beobachtetet haben, verändern würde."

Thrombose-Wahrscheinlichkeit durch Covid-19-Erkrankung wesentlich höher

Die Studie der Universität Oxford zeigt auch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose durch eine Covid-19-Erkrankung noch wesentlich höher ist. Bei 500.000 Covid-19-Patienten trat diese bei 39 pro einer Million Patienten auf. Im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen ist das Risiko einer Thrombose durch Covid-19 etwa zehnmal höher. Verglichen mit dem Oxford-Impfstoff ist das Risiko einer Hirnvenenthrombose durch Covid-19 etwa achtmal höher.

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