Studie aus Oxford

Corona-Infektion erhöht Thrombose-Risiko mehr als die Impfung

Blutgerinnsel können die Folge einer Corona-Infektion sein.
Blutgerinnsel können die Folge einer Corona-Infektion sein.
© Sagittaria - Fotolia, Simone Roessling

17. April 2021 - 12:52 Uhr

Seltene Thrombosen durch Corona-Infektion

Die Gefahr seltener Thrombosen ist bei einer Corona-Infektion deutlich höher als nach einer Impfung gegen das Virus. Das geht aus einer Studie der Universität Oxford hervor.

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Gefahr bei Infektion 10 Mal höher

Eine Infektion mit dem Corona-Virus steigere das Risiko einer Sinusvenenthrombosen (SVT) um das etwa hundertfache. Laut der Studie treten 30 Prozent der Fälle bei Personen unter 30 Jahren auf. Eine Covid-19 Erkrankung führe im Vergleich zu einer Impfung gegen das Virus, zu einem acht bis zehn Mal höheren Risiko diese Blutgerinnsel zu bekommen. Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren, da sie auch auf US-Daten basiert, wo AstraZenca noch nicht auf dem Markt ist.

Was passiert bei einer Thrombose?

Als Thrombose bezeichnet man ein festsitzendes Blutgerinnsel, das sich innerhalb eines Gefäßes gebildet hat und droht, dieses zu verschließen oder bereits verschlossen hat. Am häufigsten entstehen Thrombosen in den tiefen Beinvenen. Arterielle Thrombosen sind deutlich seltener und können zum Beispiel zu einem Herzinfarkt führen. Das Gefährliche: In der Anfangsphase ist eine Thrombose für den Patienten kaum spürbar.

Bleibt ein Blutgerinnsel unerkannt und kann der Körper dieses nicht wieder selbst auflösen, kann es sich von der Gefäßwand lösen und zum Beispiel über den Blutkreislauf zur Lunge wandern. Die mögliche Folge: eine Lungenembolie.

Was ist eine Sinusvenenthrombose?

Bei einer Sinusvenenthrombose kommt es zu einem Verschluss bestimmter Venen im Gehirn durch Blutgerinnsel. Sie ist für rund ein Prozent der Schlaganfälle verantwortlich. Frauen sind laut dem Medizinportal "DocCheck" dreimal häufiger betroffen. Eine Sinusvenenthrombose kann in jedem Lebensalter auftreten. Zentrales Symptom sind Kopfschmerzen. Daneben können Erkrankte etwa epileptische Anfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen bekommen.

Ein Mangel an Blutplättchen wiederum führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Als Symptome treten punktförmige Einblutungen in die Haut oder Schleimhäute auf, gelegentlich auch starkes Nasenbluten.

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