Neue Studie zeigt Auswirkungen der Impfstoff-Kombination

Erst AstraZeneca, dann Biontech: Mehr Nebenwirkungen beim “Mix and Match”-Verfahren?

Welche Auswirkungen hat der Mix verschiedener Impfstoffe?
Welche Auswirkungen hat der Mix verschiedener Impfstoffe?
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18. Mai 2021 - 12:43 Uhr

Erste Studienergebnisse veröffentlicht

Die Impfungen in Deutschland zum Schutz vor dem Coronavirus laufen. Über ein Drittel (35,9 Prozent) aller Bundesbürger hat mittlerweile eine Erstimpfung erhalten. Eigentlich rät die Ständige Impfkommission (STIKO) dazu, eine Art von Impfstoff pro Person zu wählen. Bei AstraZeneca macht sie jedoch eine Ausnahme: Menschen,die unter 60 Jahren sind und bei ihrer Erstimpfung mit AstraZeneca geimpft wurden, empfiehlt die STIKO bei der Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff, also Biontech oder Moderna. Doch wie sicher ist die Kombination beider Impfstoff-Arten und welche Auswirkungen kann das auf unseren Körper haben? Dazu hat die Universität Oxford im Magazin "The Lancet", einer der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, erste Ergebnisse einer Studie veröffentlicht.

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Häufiger Nebenwirkungen bei Impfstoff-Kombi

Die Ergebnisse aus Großbritannien zeigen vor allem eins: Bei einer Erst- und Zweitimpfung mit unterschiedlichen Impfstoffen leiden Geimpfte häufiger unter Nebenwirkungen. Dazu gehören beispielsweise Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Schüttelfrost.

Um dies herauszufinden, haben die Forscher mit insgesamt 830 Probanden in den Altersstufen 50 bis 69 zusammengearbeitet, darunter Männer und Frauen. Die Freiwilligen wurden in vier Gruppen eingeteilt. Gruppe eins wurde bei Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca geimpft, Gruppe zwei bei beiden Impfungen mit Biontech, Gruppe drei bei der Erstimpfung mit Biontech, bei der Zweitimpfung mit AstraZeneca und Gruppe vier bei der Erstimpfung mit AstraZeneca und bei der zweiten Impfung mit Biontech.
Probanden, die mit zwei unterschiedlichen Vakzinen geimpft wurden, klagten innerhalb von 48 Stunden nach der zweiten Dosis häufiger über Nebenwirkungen, wie Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen.
Um tiefergehende Schlüsse zu ziehen, müssen weitere Studien folgen. Die Ergebnisse lassen die Forscher jedoch vermuten, dass die Nebenwirkungen mit jüngerem Alter zunehmen und auch in ihrer Intensität stärker sein könnten. Grund zur Sorge gebe es aber deshalb nicht. Wichtig sei jetzt herauszufinden, wie stark die Immun-Antwort bei der Verwendung zweier Impfstoffe aussieht.

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Dr. Zinn schätzt die Gefahren ein

Doch wie gefährlich sind diese Häufungen an Nebenwirkungen durch das Verwenden unterschiedlicher Impfstoffe wirklich? Laut den Forschern der Universität Oxford gebe es aktuell keinen Grund zur Beunruhigung. Trotzdem merkt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, auf RTL-Nachfrage an: "Da muss man sagen, die Datenlage ist noch nicht besonders gut. Die STIKO empfiehlt das, gerade nach den schlechten Erfahrungen mit AstraZeneca, unterhalb des Alters von 60 Jahren."

In der Studie der Oxford Universität sehe man, dass es zwar Nebenwirkungen gibt, diese aber nach bisherigem Forschungsstand keine allzu großen Auswirkungen auf die Patienten haben. Dennoch gibt er zu bedenken: "Aber wir sehen doch ein bisschen mehr normale Nebenwirkungen und wir warten jetzt im Mai händeringend auf die Ergebnisse, wie die Immun-Antwort ist. Das wird in den nächsten Tagen, in der nächsten Woche wahrscheinlich kommen, dass wir da Genaueres wissen." (kse)

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