Intensivmediziner Janssens schätzt ein

Müssen die Quarantäneregelungen wegen Omikron angepasst werden?

21. Dezember 2021 - 22:38 Uhr

Im Video: Was Prof. Uwe Janssens größte Sorge ist - und was ein wenig Hoffnung macht

Omikron kommt, das werden wir nicht verhindern können. Die Politik hat bereits reagiert und strengere Maßnahmen angekündigt. Doch auch für das Gesundheitssystem wird die neue Corona-Variante zu einer neuen Belastungsprobe. Notfallpläne müssen ausgearbeitet – und möglicherweise auch Quarantänebedingungen angepasst werden, wie Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens im Interview mit RTL erklärt. Was die Quarantäne mit Omikron zu tun hat und was derzeit die größte Sorge des Intensivmediziners ist.

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„Wenn wir nur 30 Prozent unserer Fachpflegekräfte verlieren, haben wir ein Problem mit der Versorgung aller"

Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit nicht steigen, die Sorge vor Omikron wächst – bei Gesellschaft, Politik und auch Medizinern. Denn: Die Omikron-Welle "wird uns ganz eindeutig treffen, das ist auch nicht mehr zu verhindern", erklärt Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens im Interview mit RTL. "Wir haben allein schon in Nordrhein-Westfalen Tausend Nachgewiesene, die Dunkelziffer ist hoch und wenn wir eine Verdopplungszeit von ein, zwei, drei Tagen haben, dann geht das jetzt rasend schnell in Deutschland."

Geht man nach den Berechnungen des Modellierers Prof. Dr. Thorsten Lehr, wird das auch die Intensivstationen treffen. Das Schlimme daran ist aber nicht die steigende Zahl der Covid-Patienten an sich, sondern das dadurch gefährdete medizinische Personal: "Wenn wir nur 30 Prozent unserer Fachpflegekräfte verlieren oder Ärzte und Ärztinnen, die in Quarantäne müssen, dann haben wir ein Problem in der Versorgen aller Patienten Patientinnen mit und ohne Covid-19", warnt Janssens. "Das ist das, was uns die viel größere Sorge macht. Die Erkrankungsschwere wird vielleicht nicht so schlimm sein, aber die Konsequenzen, die aus der Kontamination der schon geimpften Pflegenden zu erwarten ist, das ist das, was uns besorgt."

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Sollte man die Quarantänebedingungen dann nicht anpassen?

Das ist durchaus möglich, wie Janssens erklärt: "Die Quarantänebedingungen werden gegebenenfalls angepasst werden müssen." Das sei aber unter anderem Aufgabe des Robert Koch-Instituts (RKI). "Wir werden da sehr genau hinschauen müssen, wie wir mit relativ gesunden erkrankten Mitarbeitern umgehen." Ob die Quarantänebedingungen angepasst werden, um die gesundheitliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten, bleibt also erst mal noch abzuwarten. Laut Janssens sei das eine sehr schwierige Frage, über die genau nachgedacht werden sollte. (akr)

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