Albtraum am Bahnhof in Mönchengladbach

Frau entreißt Mutter ihr Baby: "Ich habe gezittert und geweint"

09. April 2021 - 21:26 Uhr

Frau wollte Kind am Bahnhof aus Kinderwagen zerren

Die junge Mutter Sahar Melk steht noch immer unter Schock. Sie kam an Karfreitag mit ihrem kleinen Sohn Yanis zum Hauptbahnhof von Mönchengladbach. Sie hatte sich dort mit ihrem Bruder verabredet. Dann passierte es: Eine fremde Frau näherte sich dem Einjährigen in seinem Kinderwagen, riss Yanis an sich und behauptete, der Junge sei ihr Kind. "Wären nicht so viele Menschen hier gewesen, hätte ich mein Kind verloren", ist sich die 19-Jährige sicher. Im RTL-Interview erzählt sie von dem traumatischen Erlebnis – im Video.

Frau wollte Yanis aus Kinderwagen holen
Die fremde Frau fing an, mit Yanis herumzualbern, dann wollte sie das Kind plötzlich mitnehmen.
© RTL

Mutter Sahar konnte ihren Sohn vor der fremden Frau beschützen

Sahar erzählt, dass die ältere Frau auf den kleinen Jungen im Kinderwagen zuging und anfing, seine Füße zu streicheln und mit ihm zu spielen. "Ich habe zuerst was Gutes gedacht", erinnert sich die junge Frau. Viele Passanten würden auf ihren kleinen Sohn reagieren und mit ihm herumalbern. Doch dann wurde die Situation plötzlich bedrohlich: Die Frau machte sich am Sicherheitsgurt des Kinderwagens zu schaffen und zerrte an ihrem Sohn.

"Die wollte wirklich mit dem Kind weggehen", berichtet die Mutter, immer noch fassungslos. Glücklicherweise habe die Fremde den Gurt aber nicht richtig aufbekommen, sodass sie das Kind nur halb aus dem Wagen heben konnte. Sahar riss den Kinderwagen mit einem Ruck weg von der Frau und stellte sich schützend vor ihr Kind. "Ich war so unter Schock, ich konnte gar nichts machen", erinnert sie sich. Sie habe kurz danach am ganzen Körper gezittert und geweint.

Mutter und Kind im Bahnhof angegriffen
Sahar Melk hat nach dem Vorfall im Bahnhof von Mönchengladbach Angst, allein mit ihrem Sohn vor die Tür zu gehen.
© RTL

Sahar hat das traumatische Erlebnis am Bahnhof in Mönchengladbach noch nicht verarbeitet

"Zum Glück war mein Bruder da, der hat mir geholfen und mich ein bisschen runtergebracht", sagt sie. Sie seien dann weggegangen, doch die Frau sei wieder aufgetaucht. "Wir dachten, die folgt uns", erzählt die 19-Jährige. Die Polizei konnte die Verdächtige dann wenig später in einem Zug vorläufig festnehmen. Die 57-Jährige habe einen verwirrten Eindruck gemacht, erklärt Dajana Burmann, Pressesprecherin der Bundespolizei. Sie haben den Beamten gesagt, dass sie in Behandlung sei, woraufhin die Polizei die Frau an eine psychiatrische Einrichtung übergeben habe.

Sahar sagt, dass sie sich jetzt Sorgen mache, dass ihr so etwas noch mal passieren könnte. "Das ist nicht die einzige, die sowas machen kann", glaubt sie. Sie habe ein ungutes Gefühl, wieder in den Bahnhof zu gehen und jedes Mal Angst, wenn sie allein mit ihrem Kind das Haus verlasse. "Das geht nicht, einfach mein Kind wegzunehmen", sagt sie. "Das ist der allerwichtigste Mensch in meinem Leben."

Ein ähnlicher Fall ereignete sich am Bahnhof in Stuttgart. Auch dort versuchte eine Frau, ein fremdes Kind aus dem Kinderwagen zu nehmen.