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Milch-Mythen im Check: Das macht sie wirklich mit unserem Körper!

Super ungesund oder gut für die Knochen?

Milch-Mythen im Check: Das macht sie wirklich mit unserem Körper!

Super gesund oder Krankmacher? Milch-Mythen
03:10 min
Milch-Mythen
Super gesund oder Krankmacher?

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„Milch macht müde Männer munter!“, „Milch gibt Kraft!“, „Milch ist gut für die Knochen!“. Ja, es ranken sich viele Weisheiten um das angebliche Wundergetränk. Aber was ist dran an den Mythen? Ist Kuh-Milch wirklich so gesund? Oder sollten Sie doch lieber zu Alternativen greifen? Die Antwort gibt’s im Video.

Kuh-Milch soll die Symptome von Multipler Sklerose verstärken

Milch gilt als wahre Energiequelle. Viele Sportler schwören auf sie. Und sie soll stark machen. Aber es gibt auch immer mehr Kritik an ihr, und ihr gutes Image beginnt zunehmend zu bröckeln. Veganer sagen, sie mache krank, und greifen lieber zu Alternativen. Auch Berichte über negative Auswirkungen von Milch werden häufiger. Forscher aus Bonn haben jetzt herausgefunden, dass Kuh-Milch sogar die Symptome von Multipler Sklerose verstärken und das Erkrankungsrisiko erhöhen soll. "Wir haben gerade herausgefunden, dass eine steigende Anzahl von MS-Patienten auf Milch mit einer Symptomverschlechterung reagiert haben, und wir konnten in Folge zeigen, dass gewisse Eiweiße aus der Milch, vor allem das Kuhmilch-Eiweiß Casein, eine allergische Reaktion bei diesen Patienten hervorruft", so Professorin Stefanie Kürten vom Anatomischen Institut des Universitätsklinikums Bonn.

Aber die Forscher gehen auch davon aus, dass gesunde Menschen eine Allergie gegen Tiermilch-Proteine entwickeln können und damit das Risiko steigt, an MS zu erkranken.

Glas mit Soja-Milch auf einem Tisch umgeben von Sojabohnen.
Soja-Milch gilt als gesunde Alternative für Menschen, die auf tierische Produkte verzichten wollen.

Der Stoffwechselexperte Dr. Volker Manz rät zu frischer Bio-Weidemilch

Bedeutet das lieber gänzlich auf Kuh-Milch zu verzichten und diese durch Alternativen wie Hafer- oder Mandelmilch zu ersetzen? Wir haben mit Stoffwechsel-Experte Dr. Volker Manz gesprochen, und er rät Folgendes: „Also, ich trinke Bio-Milch . Ich trinke auch Hafermilch, aber doch mit Vorliebe auch Kuh-Milch. Vegane Drinks haben erstmal einen hohen Wasseranteil und liefern weniger Nährstoffe. Das heißt, es werden Dinge hinzugesetzt: Calcium, Stabilisatoren, Emulgatoren, Aromen. So haben wir auf einmal ein hochverarbeitetes Produkt, was nicht so der Bringer und nicht wesentlich besser als Kuh-Milch ist.“

Dennoch haben die Alternativen auch ihre Vorteile. „Die Hafermilch ist reich an Ballaststoffen, laktose- und milcheiweißfrei und glutenfrei. Sojamilch hat genau so viele Proteine wie Kuh-Milch, aber nur halb so viele Kalorien“, so der Experte. Von Mandelmilch rät er eher ab, da diese qualitativ minderwertiger sei und „nur drei bis sieben Prozent Mandeln enthalte“.

Wer die pflanzlichen Alternativen geschmacklich allerdings nicht mag und daher nicht auf die Kuh-Milch verzichten möchte, der muss sich keine Sorgen machen. Hier empfiehlt Dr. Volker Manz: „Es gibt EU-Verordnungen und Kriterien, also Bio ist schonmal gut. Das Tier hat Zugang zur Weide, es gibt keine vorbeugenden Medikamente und keine gentechnisch veränderten Lebensmittel oder Getreide. Das ist auch gut für die Billanz. Also, meine Empfehlung wäre: frische Bio-Weidemilch mit 1,5 Prozent Fett.“

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Kuh-Milch hat nicht mehr Zucker als die pflanzlichen Alternativen

Mädchen sitzt am Tisch vor einem Glas Milch
Ein gemäßigter Milchkonsum bringt keine gesundheitlichen Nachteile mit sich.
Getty Images/iStockphoto, Choreograph

Aber hat Kuh-Milch grundsätzlich mehr Kalorien als die pflanzlichen Alternativen? Dazu sagt Dr. Volker Manz: „Das variiert von Produkt zu Produkt. Sie hat vielleicht von Haus aus schonmal mehr, aber das Kritische ist der zusätzliche Zucker. Da sollte man wirklich auf die Zutatenliste des Produktes schauen und auf die Nährwerttabelle und den Fettgehalt, und dann kann sich jeder ein Bild machen.“

Zusammengefasst bedeutet das also, dass niemand auf die Kuh-Milch verzichten muss, der keine Unverträglichkeit hat und die Milch auch nicht zwangsläufig mehr Kalorien hat als die Alternativen. Und wie mit allem kommt es auch hier auf die Menge an. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht derzeit davon aus, dass ein gemäßigter Konsum von Milchprodukten keine gesundheitlichen Nachteile mit sich bringt. Insgesamt ein Glas pro Tag sei demnach völlig unbedenklich. (kko)