Grausame Details der Messerattacke von Würzburg

Sohn von getöteter Christiane H. (49): "Er kam von hinten und schnitt ihr die Kehle durch"

30. Juni 2021 - 9:10 Uhr

"Sie hatte keine Chance, etwas zu tun"

Andras Pataki lebt in Brasilien und erfährt von den deutschen Behörden am Telefon, dass seine Mutter tot ist – erstochen von einem Unbekannten in einem Einkaufszentrum in Würzburg. Seine 11-jährige Schwester, die bei der Shopping-Tour dabei war, musste hilflos zuschauen. Dann drohte der Täter, auch sie umzubringen. "Da ist meine Schwester einfach nur gerannt", erzählt Pataki.

Ein 24 Jahre alter Somalier hatte am Freitag in der Würzburger Innenstadt auf Passanten eingestochen und drei Frauen getötet. Zudem verletzte er laut Polizei mit einem Messer drei weitere Frauen, ein Mädchen und einen Jugendlichen lebensgefährlich sowie einen Mann und eine weitere Frau leicht. Sein Motiv ist noch unklar.

Christiane H. beim Einkaufen kaltblütig getötet

Die 49-jährige Christiane H. lebt in der Nähe von Würzburg. Gemeinsam mit ihrer Tochter will sie in der Stadt nach einem Geschenk für eine Geburtstagsfeier suchen. In einem Geschäft in der Innenstadt nehmen sie die Rolltreppe in eine andere Etage und sehen plötzlich den blutüberströmten Körper einer Frau am Boden liegen. So schildert Andras Pataki wie die letzten Minuten im Leben seiner Mutter abgelaufen sein sollen. Als sie vor Schreck anfängt zu schreien, passiert es: "In diesem Moment kommt der Feigling von hinten und schneidet ihr die Kehle durch".

Mädchen kann sich vor Angreifer retten

Seine Schwester stürzt und blickt dem Angreifer direkt in die Augen "Und da hat sie gedacht, wenn ich jetzt liegen bleibe, werde ich sterben. Sie ist aufgestanden und losgerannt", schildert Pataki die folgenden Sekunden. Offenbar nur, weil eine andere Frau auf die 11-Jährige fällt, kommt diese mit leichten Verletzungen davon und kann sich schließlich in dem Laden einschließen.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Auch Steffi W. verlor in Würzburg ihr Leben

Auch die 24-jährige Steffi W. gehört zu den Opfern des Würzburger Messerangreifers.
Auch die 24-jährige Steffi W. gehört zu den Opfern des Würzburger Messerangreifers.
© RTL

Angreifer von Würzburg bereits polizeibekannt

Die drängende Frage nach dem "Warum", die sich vor allem die Angehörigen der Opfer stellen, können die Ermittler bisher noch nicht beantworten. Der Tatverdächtige lebte von 2015 bis 2019 in Sachsen und geriet bereits damals ins Visier der Ermittlungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelte wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes Sachsen sagte. Es habe sich um eine körperliche Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft gehandelt. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, da die Betroffenen den Tathergang unterschiedlich dargestellt hätten.

Der Somalier hatte am Freitagnachmittag in der Würzburger Innenstadt offensichtlich ohne Vorwarnung auf Menschen eingestochen, die er wohl gar nicht kannte. Der 24-Jährige sitzt in Würzburg in Untersuchungshaft - wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung sowie vorsätzlicher Körperverletzung.

Drei Freunde stellten sich dem Angreifer in den Weg

Passanten hatten den Mann noch vor seiner Festnahme gefilmt, wie er mit einem Messer in der Hand und barfuß durch die Stadt lief. In den im Netz verbreiteten Clips war zu sehen, wie Menschen versuchen, ihn zu überwältigen. Drei von ihnen waren Michi, Elvis (19) und Dietrich (21). Die Freunde kamen gerade aus der Sparkasse am Würzburger Barbarossaplatz, als sie fassungslos zusehen mussten, wie der 24-Jährige auf die Passanten losging. Sie stellten sich ihm mit allen Mitteln in den Weg. (sbl)

Auch interessant