Tatverdächtiger war in psychiatrischer Behandlung

Tote und Verletzte nach Messerangriff in Würzburg

26. Juni 2021 - 8:53 Uhr

Großer Polizeieinsatz in Würzburg

In Würzburg ist am Freitagabend ein Angreifer mit einem Messer auf Menschen losgegangen. Bei der Messerattacke sind drei Menschen getötet und fünf Menschen verletzt worden. Zwei der Opfer, die im Krankenhaus liegen, sollen nach RTL-Informationen minderjährig sein. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bestätigte, dass eins der Opfer ein kleiner Junge sei. Sein Vater sei wahrscheinlich bei der Attacke getötet worden. Die Polizei erklärte, dass besteht keine Gefahr für die Bevölkerung mehr. Den mutmaßlichen Täter aus Würzburg schoss ein Polizist an, laut Polizei ist der 24-jährige Somalier außer Lebensgefahr – er wurde festgenommen.

Täter soll „Allahu akbar“ gerufen haben

Der Verdächtige war in psychiatrischer Behandlung, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der nach Würzburg kam, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen. Der 24-Jährige soll bei dem Angriff auch "Allahu akbar" gerufen haben, sagte Hermann. Einen islamistischen Anschlag schloss er deswegen nicht aus. "Es gibt jedenfalls Indizien dafür", so der CSU-Politiker.

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt sagte, der Mann sei der Polizei schon vor der Messerattacke bekannt gewesen. Womit der 24-Jährige bisher aufgefallen war, ist nicht bekannt. Zahlreiche couragierte Bürgerinnen und Bürger hätten sich dem Mann in den Weg gestellt und versucht, ihn zu stoppen, so der Oberbürgermeister. Er finde es unglaublich, dass diese Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet hätten.

Viele Krankenwagen in der Würzburger Innenstadt im Einsatz

Bereiche um den Barbarossaplatz wurden abgesperrt. In der Innenstadt seien sehr viele Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge der Polizei unterwegs, berichtete RTL-Reporterin Michaela Johannsen aus Würzburg.

Die Polizei rief Zeugen auf, sich zu melden. Alle anderen forderte sie auf, den Bereich zu verlassen. Auf Twitter bat die Polizei außerdem darum, keine Bilder und Videos von dem Vorfall im Netz zu verbreiten, um die Privatsphäre der Opfer zu schützen. Die Polizei bat darum, Aufnahmen von der Tat in einem Hinweisportal hochzuladen.

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Polizei bestätigt Festnahme eines Tatverdächtigen

Laut einem Tweet der Polizei Unterfranken wurde der Barbarossaplatz gesperrt. Die Beamten riefen die Bürger dazu auf, das Gebiet weiträumig zu meiden. Dann twitterte die Polizei die Entwarnung: "Wir haben einen Tatverdächtigen festgenommen." Hinweise auf einen weiteren Täter gebe es nicht. (jgr, swi)