Wo die Maske noch gilt, welche Länder Schluss damit machen

Die Maske fällt in Bus und Bahn - in einigen Bundesländern!

05.12.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine 24-jährige Frau sitzt in einer Straßenbahn der SSB. Die digitale Gesundheitsministerkonferenz der Länder berät über die Zukunft der Maskenpflicht. Foto: Julian Rettig/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Maskenpflicht in Bus und Bahn - bald gibt es in Deutschland wieder einen Flickenteppich an Regeln. (Symbolbild)
flm, dpa, Julian Rettig

Da ist er dann wohl wieder: Der Corona-Flickenteppich! Erste Bundesländer schaffen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ab, andere Länder halten daran fest. Gesundheitsminister Lauterbach kritisiert das Vorpreschen. Wer hält noch an der Masken-Regel fest und in welchem Land wackelt die Pflicht?

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Diese Länder schaffen die Maskenpflicht im Nahverkehr ab

Nein zur Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sagen Bayern und Sachsen-Anhalt. Bei den Bayern ist ab dem 10. Dezember Schluss, in Sachsen-Anhalt fällt die Maske schon zum 8. Dezember. Für Fernzüge ist die Maskenpflicht allerdings bis zum 7. April 2023 bundesweit festgeschrieben. Sachsen-Anhalt und Bayern setzen nun auf mehr Eigenverantwortung, in Bayern soll es nur noch eine Empfehlung zum Tragen der Masken geben.

Schleswig-Holstein will in der nächsten Woche über ein Ende der Maskenpflicht in Bus und Bahn entscheiden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte vor drei Wochen bereits als Ziel verkündet, die bis Jahresende befristete Maskenpflicht nicht zu verlängern.

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Diese Länder halten erstmal an der Maskenpflicht fest

Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bremen und Berlin halten zunächst weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr fest, wie die Landesregierungen deutlich machten.

Niedersachsen hatte vor gut 14 Tagen angekündigt, dass die Corona-Einschränkungen möglicherweise ab Februar oder März enden. In diesem Winter würden die Basisschutzmaßnahmen aber aufrechterhalten, sagte die Gesundheitsministerin Daniela Behrens der „Nordwest-Zeitung“.

Brandenburg hat seine derzeitige Corona-Schutzverordnung noch bis zum 21. Dezember verlängert, bis dahin gilt auf jeden Fall auch im öffentlichen Nahverkehr die Maskenpflicht.

Thüringen hat seine Corona-Schutzverordnung, inklusive Maskenpflicht, bis zum 23. Dezember verlängert.

Sachsen will laut einem Medienbericht von Ende November im neuen Jahr die Maskenpflicht erneut prüfen. Im Januar werde man die Lage neu bewerten und entscheiden, ob die Maskenpflicht im ÖPNV entfalle, sagte Sozialministerin Petra Köpping laut „Bild“.

Lauterbach ist kritisch - Lindner befürwortet Lockerungen

Bundesminister für Gesundheit Prof. Dr. Karl Lauterbach, Deutschland, Berlin, Bundespressekonferenz, Thema: Reformvorschläge der Regierungskommission Krankenhausversorgung *** Federal Minister of Health Prof Dr Karl Lauterbach, Germany, Berlin, Feder
Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Es gibt keine Gründe, jetzt auf die Maskenpflicht zu verzichten. (Archivbild)
www.imago-images.de, IMAGO/Metodi Popow, IMAGO/M. Popow

Bundesgesundheitsminister Lauterbach sieht das Ende der Maskenpflicht im ÖPNV kritisch. „Ich bin einfach davon nicht überzeugt“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Pandemie-Lage. In der Gesundheitsminister-Konferenz hätten er und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Montag nochmals deutlich gemacht, dass es keine Gründe gebe, jetzt zu sagen, man könne auf Masken und die Isolation von Corona-Infizierten verzichten. Lauterbach verwies auf eine zu erwartende ansteckendere Virusvariante, dazu nun auch andere RS-Viren und eine Grippewelle.

Anders positionierte sich FDP-Chef Christian Lindner. Es sei eine „richtige Entscheidung“, dass Bayern bei den Corona-Schutzmaßnahmen wieder stärker auf die Eigenverantwortung setze, schrieb der Bundesfinanzminister am Dienstag auf Twitter. „Hoffe, dass dieser Entschluss bald auch bundesweit Schule macht“, fügte Lindner hinzu.

Eisenbahn-Gewerkschaft auch für Ende der Maske im Fernverkehr

Der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt das Aus für die Maskenpflicht im ÖPNV. „Es gibt weder aus dem Ausland, wo seit Monaten keine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen mehr herrscht, noch aufgrund uns bekannter wissenschaftlicher Studien Erkenntnisse, dass die Infektionszahlen außergewöhnlich steigen, wenn im ÖPNV keine Maske mehr getragen wird“, sagte Sprecher Lars Wagner. Zudem sei es immer schwieriger, die Maskenpflicht auch tatsächlich durchzusetzen. Wagner wies aber auf Probleme für das Personal hin, wenn bei Nahverkehrsverbindungen über Grenzen von Bundesländern hinweg unterschiedliche Regeln gelten.

Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, sprach sich dafür aus, auch in Fernzügen auf die Maskenpflicht zu verzichten. „Keiner kann mehr nachvollziehen, warum in den Fernverkehrszügen noch Maskenpflicht herrscht“, sagte Burkert der Deutschen Presse-Agentur. Während die Bundesländer über eine Maskenpflicht im Nahverkehr selbst entscheiden können, ist für den Fernverkehr der Bund zuständig. Nach dem aktuellen Infektionsschutzgesetz des Bundes gilt dort die Maskenpflicht noch bis April 2023. (eku, mit dpa)

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